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August Napoléon Bonaparte - Löwe

selbstbewusst - zielstrebig- kämpferisch - großzügig - mutig - furchtlos - arrogant - eitel

Napoleone di Buonaparte wird am 15. August 1769 in Ajaccio auf der Insel Korsika geboren. Die Familie Buonaparte gehört zum Kleinadel und hat großes Ansehen in der Gesellschaft. Carlo di Buonaparte, der Vater, arbeitet als Advokat und Richter. Er ist Sekretär des Pascal Paoli, der für die politische Unabhängkeit Korsikas kämpft. Die Mutter, Marita Ramolino, "Madame Mere", wie sie der Sohn später nennen wird, gilt als das schönste Mädchen der Stadt. Napoleone ist das zweitälteste Kind von zwölf Geschwistern.

Etwa ein Jahr vor Napoleones Geburt tritt die Republik Genua dem Königreich Frankreich die Souveränitätsrechte über Korsika ab. Als Kind erlebt er, wie die Freiheit der Korsen durch den französischen Absolutismus unterdrückt wird.

Die Muttersprache Napoleones ist italienisch. Erst im Alter von neun Jahren lernt er im Collège in Autun (Burgund) die französische Sprache. 1779 wird er in die königliche Militärschule von Brienne (Champagne) aufgenommen. Im Oktober 1784 wechselt er auf die École militaire in Paris.

1785 stirbt der Vater.

Der kleine, schmächtige "Hinterwäldler" wird von seinen aristokratischen Mitschülern nicht ernst genommen und Napoleone bringt es zunächst auch nur zum Secondeleutnant im Artillerieregiment. Sein Regiment ist in Auxonne (Burgund) stationiert.

Obwohl Napoleone im französischen Militär dient, erhofft er sich heimlich von der im Juni 1789 beginnenden Französischen Revolution die Unabhängikeit Korsikas. Statt im Oktober 1789 kehrt Napoleone erst im Frühjahr 1791 aus einem Korsika-Urlaub nach Auxonne zurück. Da jedoch in dieser Zeit jeder Offizier dringend benötigt wird, kommt er ohne Disziplinarmaßnahmen davon und wird sogar am 1. Juni 1791 zum Premierleutnant befördert.

Ungeachtet einer erneuten Urlaubsüberschreitung bringt er es am 10. Juli 1792 zum Hauptmann. Er versucht immer wieder einen korsischen Aufstand gegen die Franzosen anzuzetteln, doch es gelingt ihm nicht.

Am 11. Juni 1793 muss er mit Mutter und Geschwistern die Insel verlassen.

Nach dem Scheitern seiner korsischen Pläne mutiert Napoleone zum französischen Patrioten und ändert seinen italienischen Namen in "Napoléon Bonaparte".

Als Toulon die Engländer gegen die Regierung in Paris unterstützt, belagert und erobert Napoléon die Hafenstadt. Dafür wird er zum Brigadegeneral der Artillerie ernannt. Skrupellos versucht er seine
Rivalen durch Bestechungen und Verleumdungen auszustechen.

Am 5. Oktober 1795 schlägt Napoléon in Paris im Auftrag von Paul de Barras, dem Präsidenten des Nationalkonvents, einen royalistischen Aufstand gegen die neue Direktorialverfassung nieder. Daraufhin wird er zum Divisionsgeneral und nicht lange danach zum Oberbefehlshaber der Armee im Inneren ernannt.

Über Paul de Barras lernt er die auf der Antilleninsel Martinique geborene Joséphine, die verwitwete Vicomtesse de Beauharnais, kennen.

Napoléon, stets auf eine Balance zwischen Emotion und Vernunft achtend, begreift sofort, dass er in diesem Fall die Liebe mit politischem Nutzen verknüpfen kann. Joséphine verfügt über ausgezeichnete Beziehungen zu einflussreichen Leuten.

Am 9. März 1796 findet die Ziviltrauung des Paares statt.

Sieben Tage vor der Zeremonie war Napoléon zum Chefgeneral der Italienarmee ernannt worden. Am 11. März reist er an die Front. Er besiegt am 10. Mai 1796 bei Lodi die Österreicher. Napeléon hält sich jetzt für etwas Besonderes.

Am 3. Februar 1797 kapituliert die Festung Mantua. Damit verliert Österreich die Vorherrschaft in Italien an Frankreich, an Napoléon Bonaparte. Eigenmächtig und gegen den Willen des Direktoriums in Paris schließt der General nach der Besetzung Roms am 19. Februar 1797 einen Friedensvertrag mit dem Papst.

Um den unterschätzten Rivalen aus Paris fernzuhalten, schickt Paul de Barras Napoléon nach Ägypten. Mit drei Dutzend Kriegsschiffen und dreihundert Transportschiffen trifft er am 1. Juli 1798 in der Bucht von Alexandria ein. Drei Wochen später besiegen die Franzosen das Heer der Mameluken vor den Pyramiden. Die Beschädigungen im Gesicht des Sphinx von Giseh sollen von diesen Kampfhandlungen stammen.

Der britische Admiral Horatio Nelson besiegt Napoléon am 1. August und schneidet ihn vom Nachschub ab. Am 12. September erklärt der türkische Sultan Frankreich den Krieg. Napoléon kämpft in Syrien gegen die Türken, erstürmt Jaffa und richtet ein Blutbad an.

Trotz einiger Anfangserfolge gelingt es ihm nicht die alte Kreuzfahrerfestung Akkon einzunehmen. Napoléon lässt seine Armee im Stich und setzt sich am 23. August 1799 aus Ägypten ab.

Am 9. November 1799 erzwingt er mit seinen Anhängern in Paris die Auflösung des Direktoriums. Im Senat und im Rat der Fünfhundert spielen sich turbulente Szenen ab, bis auch die beiden Kammern des Parlaments ihren Widerstand gegen den Staatsstreich aufgeben.

Entsprechend der neuen Verfassung vom 24. Dezember 1799 vereinigt Napoléon als Premierkonsul -zusammen mit zwei Mitkonsuln, die nur beratende Funktion haben- die exekutive und die legislative Gewalt in seiner Hand.

Das Volk atmet auf: Endlich scheint die Gefahr radikaler Volksaufstände gebannt zu sein. Nach den Wirren der Französischen Revolution sehnen sich viele Franzosen nach einem starken Mann, der die Ordnung wiederherstellt und aufrechterhält.

Tatsächlich gelingt es Napoléon, die Staatsfinanzen zu sanieren, die Währung zu stabilisieren und die Wirtschaft neu zu beleben.

Durch einen Senatsbeschluss vom 2. August 1802 wird er zum Konsul auf Lebenszeit ernannt.

In dem am 21. März 1804 verkündeten "Code civil des Francais" ("Code Napoléon") werden Errungenschaften der Französischen Revolution festgeschrieben: die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz, die Freiheit des Individuums und des Eigentums, die Abschaffung des Zunftzwangs und der feudalen Gesellschaftsstrukturen und die Trennung von Kirche und Staat.

Napoléon Bonaparte hat als Feldherr Ruhm erworben, sich als Konsul nach oben gekämpft, den Staat neu geordnet: nun greift er nach der Krone.

Aber nicht das Erbe der Bourbonen bzw. die französische Königskrone strebt er an, sondern das universale Kaisertum in der Tradition Karls des Großen.

Papst Pius VII. wagt nicht sich dem mächtigen Franzosen zu widersetzen. Er reist nach Paris und salbt Napoléon am 2. Dezember 1804 in Notre-Dame. Napoléon nimmt dem Papst die Krone aus den Händen und krönt sich selbst zum Kaiser. Anschließend krönt er Josephine zur Kaiserin.
Er führt die alten Adelstitel Herzog, Graf und Baron wieder ein und versorgt seine Familienmitglieder mit Titeln. Seinen Bruder Joseph macht er zum König von Neapel und Bruder Louis zum König von Holland.

Unermüdlich ist Napoléon im Einsatz. Auf gutes Essen legt er keinen Wert. Die Nahrungsaufnahme dient ihm nur als Brennstoffnachschub für die "Arbeitsmaschine".

Am 26. Mai 1805 krönt sich Napoléon im Dom zu Mailand mit der Eisernen Krone der Langobarden. Doch ein halbes Jahr später wird Frankreich von allen Seiten bedroht.

Die britische Flotte vernichtet am 21. Oktober vor Trafalgar, südlich von Cadiz, die französisch-spanische Armada. Admiral Nelson fällt zwar in der Schlacht, aber sein Sieg sichert den Briten die Seeherrschaft. Am 2. Dezember besiegt Napoléon Kaiser Franz II. von Österreich und den Zaren Alexander I. in der "Dreikaiserschlacht" bei Austerlitz.

Franz II. muss am 6. August 1806 das Heilige Römische Reich Deutscher Nation für erloschen erklären.
In der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt vernichtet Napoléon am 14. Oktober 1806 das preußische Heer und zieht am 27. Oktober durch das Brandenburger Tor in Berlin ein.

Der spanische Kronprinz Ferdinand erreicht durch ein Komplott, dass sein Vater, König Karl IV., zugunsten des Sohnes abdankt. Vater und Sohn ersuchen Napoléon in ihrer Auseinandersetzung zu vermitteln. Dieser marschiert mit 300 000 Mann in Spanien ein und bringt Ferdinand dazu die Krone zurückzugeben. Karl IV. sieht sich gezwungen die Krone an den Vermittler weiterzureichen. Dieser setzt seinen Bruder Joseph als neuen spanischen König ein. Ein Aufstand gegen die französische Fremdherrschaft am 2. Mai 1808 in Madrid eskaliert zu einem Unabhängigkeitskrieg, der Napoléons Ansehen in Frankreich und überall in Europa schwer schadet.

Dennoch huldigen ihm Ende September 1808 neben dem deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe, vier Könige und vierunddreißig Fürsten im Beisein von Zar Alexander I. auf dem Erfurter Fürstentag. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die deutschen Intellektuellen durch die Fremdherrschaft aus ihrer politischen Gleichgültigkeit gerissen werden.

Nachdem der französische Kaiser den Rest des Kirchenstaates annektiert hat und dafür von Papst Pius VII. exkommuniziert wird, lässt Napoléon den Papst im Juli 1809 festnehmen und nach Savona verschleppen.

Da keine Aussicht mehr besteht, dass die inzwischen sechsundvierzig Jahre alte Josephine einen Thronerben zur Welt bringen wird, lässt er ihr 1809 durch den Polizeiminister ausrichten, dass er sich von ihr zu trennen beabsichtigt. Am 15. Dezember wird die Ehe geschieden.

Im folgenden Frühjahr holt Napoleon Marie-Louise, die achtzehnjährige Tochter des österreichischen Kaisers, nach Paris und macht sie mit einer Ziviltrauung am 1. April und einer kirchlichen Zeremonie am nächsten Tag zu seiner Frau.

Am 20. März 1811 wird Napoléons einziger legitimer Sohn Napoléon-Francois-Joseph-Charles (Napoléon II.) geboren.

Gegen alle Einwände seiner Berater beschließt Napoléon einen Krieg gegen Russland und überschreitet mit der "Grand Armée" ohne Kriegserklärung mit 600 000 Mann am 24. Juni 1812 die Memel.

Napoléon hat mit einem Blitzkrieg gerechnet, denn der Zar verfügt nur über 200 000 Soldaten. Aber die Russen stellen sich keiner Entscheidungsschlacht. Der französische Vormarsch stößt ins Leere und die Nachschub- und Versorgungsschwierigkeiten werden immer größer.

Um den Feind in die Knie zu zwingen, nimmt Napoléon am 14. September 1812 Moskau ein. Der Zar ist auch jetzt nicht bereit, mit ihm zu verhandeln.
Doch weil die Vorräte nicht ausreichen, um zu überwintern, bleibt Napoléon nur der Rückzug.

Hunger, Erfrierungen und ständige Angriffe aus dem Hinterhalt dezimieren die "Grande Armée". Tausende Soldaten ertrinken beim Übergang über die Beresina. In der Nacht auf den 6. Dezember stiehlt sich der Kaiser davon und trifft zwölf Tage später in Paris ein.

König Friedrich Wilhelm III. von Preußen verbündet sich nun mit dem Zaren. Sie erklären Napoléon den Krieg. Mit einer neuen Armee verlässt Napoléon am 15. April 1813 Paris und trifft zehn Tage später in Erfurt ein.

Nach Siegen bei Lützen und Bautzen lässt er sich im Juni auf einen Waffenstillstand ein, der es seinen Gegnern erlaubt, ihre Kräfte neu zu sammeln.

Großbritannien, Schweden und Österreich schließen sich Russland und Preußen im Krieg gegen Napoléon an. Am 19. Oktober muss sich Napoléon nach einem Verlust von 80 000 Mann bei der Völkerschlacht bei Leipzig zurückziehen. Er ist am 10. November wieder in Paris.

Am 31. März 1813 ziehen die Alliierten in Paris ein. Am 2. April erklärt der französische Senat die Absetzung des Kaisers. Napoléon wird auf die Insel Elba verbannt, wo er am 3. Mai eintrifft. Am gleichen Tag zieht der Bourbonenkönig Ludwig XVIII. in den Tuilerien ein.

Obwohl Napoléon auf der Insel Elba von allen hofiert wird, hält er es dort nicht aus. Er verlässt die Insel am 26. Februar 1815 mit 900 Soldaten. Nachdem er an der Cote Azur an Land gegangen ist, laufen Regierungstruppen zu ihm über.

Ludwig XVIII. flieht aus Paris und Napoléon wird von seinen Anhängern auf den Schultern in die Tuilerien getragen.

Nachdem Napoléon General Blücher am 16. Juni bei Ligny besiegt hat, trifft er am 18. Juni bei Waterloo auf General Wellington. Blücher, der inzwischen seine Truppen neu geordnet hat, kommt Wellington zu Hilfe.
Gemeinsam bezwingen sie Napoléon.

Am 22. Juni 1815 dankt Napoléon ab. Eine Woche später fährt er in Zivilkleidung nach Rochefort, um sich nach Amerika einzuschiffen. Aber das britische Kriegsschiff "Bellerophon" versperrt die Hafenausfahrt. In der Hoffnung auf eine großzügige Behandlung durch die Engländer begibt sich Napoléon an Bord der "Bellerophon", die ihn nach Plymouth bringt.

Die britische Regierung verbannt ihn auf die unwirtliche Insel St. Helena im Südatlantik. Am 9. August 1815 segelt die "Northumberland" mit dem Gefangenen an Bord los.

Napoléon stirbt am 5. Mai 1821 auf St. Helena im Alter von zweiundfünfzig Jahren an einem vermutlich bösartigen Magenleiden. 1840 werden seine Gebeine nach Paris überführt. Napoléon Bonaparte findet seine letzte Ruhe im Invalidendom in Paris.

War Napoléon Bonaparte nicht ein echter "Löwe"?

Mit herzlichen Grüßen
Ihre Renate Raidt



































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