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Kreta

Am frühen Morgen gingen wir in Heraklion vor Anker. Heraklion ist Hafenstadt und gleichzeitig Hauptstadt der größten griechischen Insel.

Ich war gespannt. Sicher würde es ein interessanter Tag werden. Denn Kreta kann auf eine 4000-jährige Geschichte zurückblicken und spielt in der griechischen Mythologie eine wichtige Rolle.

Mich interessierte besonders der Palast von Knossos. Vor 4000 Jahren lebte hier das Volk der Minoer, die älteste europäische Kultur. Man gab dem Volk diesen Namen nach dem von griechischen Autoren bezeichneten Kreterkönig Minos. Über das Volk der Minoer ist wenig bekannt, da die kümmerlichen Reste der minoischen Schrift noch nicht entziffert werden konnten.

Der Palast soll mehr als 1500 Räume gehabt haben, die sich über vier Stockwerke verteilten. Das prunkvolle Gebäude mit seinen labyrinthartigen Gängen erstreckte sich über eine Gesamtfläche von 21 000 Quadratmetern.

Als die Reste des Palastkomplexes zu Beginn des 20. Jahrhunderts freigelegt wurden, präsentierte sich eine Kultur, die fast utopisch wirkte. Was aus Architektur und Fresken, Elfenbeinschnitzereien, Goldschmuck und Siegeln zu ersehen war, versetzte Fachleute und Laien in Staunen.

Die Minoer waren offensichtlich ein Volk, in dem keine Herrscher dominierten, in dem es keine kriegerischen Auseinandersetzungen gab. Auf den Fresken waren Menschen dargestellt, die Feste feierten, Athleten, die mit wild galoppierenden Stieren um die Wette liefen.

Die Minoer waren eine Hochkultur. So sollen sie mit ihrer Flotte den größten Teil der Ägäis beherrscht und Kontakte mit den Ländern des östlichen Mittelmeers gepflegt haben. Wie aus den Fresken zu ersehen war, genossen die Frauen eine hohe soziale Stellung und waren offensichtlich den Männern gleichgestellt.

Ich war überwältigt. Die riesige Ausgrabungsstätte war sehr gepflegt und überaus interessant gestaltet.

Unser Reiseleiter wusste viel Wissenswertes über die minoische Kultur zu berichten. Geschichte und Mythologie vermischen sich auf interessante Art und Weise.

Mythologie

Minos war der Sohn des Göttervaters Zeus und der Europa. Nun war es so, dass Minos und seine Brüder vom derzeitigen König der Insel, Asterios, nur adoptiert waren. Folglich war unklar, wer Nachfolger auf dem Thron werden würde. Es kam zu Streitigkeiten.

Minos bat den Meeresgott Poseidon um ein Wunder und versprach, dass er ihm alles, was er ihm aus dem Meer schicken würde, als Opfer darbringen würde. Poseidon ließ einen stattlichen weißen Stier den Wellen entsteigen, den Minos ihm opfern sollte. Doch Minos dachte gar nicht daran das prächtige Tier zu opfern, da ihm der Stier so sehr gefiel. Er opferte Poseidon ein Tier aus seiner eigenen Herde und wurde König.

Doch Poseidon merkte den Betrug und wurde zornig. Er verwünschte Pasiphae, die Frau des Minos, dass diese sich in den Stier verliebte und sich diesem hingab. Pasiphae gebar den Minotaurus, einen Menschenfresser, der Menschengestalt und einen Stierkopf hatte. Minos verbannte den Minotaurus in ein Labyrinth.

Alle neun Jahre mussten sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen ins Labyrinth geschickt und dem Minotaurus geopfert werden.

Als sich der Opferritus zum dritten Mal wiederholen sollte, zeigte sich Theseus, der sich in Ariadne, die Tochter des Minos verliebt hatte, bereit, sich ins Labyrinth zu begeben um den Minotaurus zu töten.

Ariadne übergab Theseus einen aufgerollten Faden und ein Schwert.

Theseus tötete den Minotaurus und fand Dank des Fadens, den er hinter sich abgerollt hatte, wieder aus dem Labyrinth.

Die Besichtigung der Ausgrabungsstätte der Minoer und die Mythologie um König Minos nahmen so viel von unserer Zeit ein, dass wir die Schönheit Kretas nur auf einer Busrundfahrt bestaunen konnten.

Wir sahen wunderschöne Strände und einsame Buchten, fuhren vorbei an Klöstern, Kirchen und urigen Dörfern, an der Samaria-Schlucht, der längsten Schlucht Europas und am Diktigebirge. Hier soll der Göttervater Zeus in einer Tropfsteinhöhle geboren und von Ziegen aufgezogen worden sein.

Müde von dem Gesehenen und der Menge der vermittelten Informationen erreichten wir unser Schiff.

Ich hatte so wenig von der Schönheit der Insel gesehen, dass ich beschloss, hier irgendwann einen Urlaub zu verbringen.

Jetzt wollte ich nur noch schlafen. Ich freute mich auf zwei erholsame Tage auf See.

Mit herzlichen Grüßen
Ihre Renate Raidt

PS
Während des Zweiten Weltkrieges stand Kreta unter deutscher Besatzung.
Es kam zu Partisanenkämpfen und schrecklichen Massakern.



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