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März - Königin Luise von Preußen - Fische

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Luise Auguste Wilhelmine Amalie wird am 10.03.1776 als dritte Tochter des Erbprinzen Karl Ludwig Friedrich von Mecklenburg-Strelitz in Hannover geboren. Ihr Vater ist Gouverneur in Hannover und dient in der englisch-hannoverschen Armee.

Von den insgesamt zehn Kindern, die ihre Mutter, Prinzessin Friederike Caroline Luise von Hessen-Darmstadt zur Welt bringt, sterben fünf bereits früh. Luise stehen unter ihren Geschwistern besonders die 1778 geborene Friederike und später der drei Jahre jüngere Georg besonders nahe.

1782 stirbt die Mutter im Kindbett zusammen mit ihrem letzten Kind.

Zwei Jahre später heiratet der Vater eine Schwester seiner ersten Gemahlin.

Auch sie stirbt im Kindbett bei der Geburt ihres ersten Kindes. Der zweifache Witwer übergibt seine vier Töchter der Obhut seiner Schwiegermutter in Darmstadt. Die beiden Söhne bleiben beim Vater in Hannover. 1787 zieht er, unter ständiger Geldknappheit leidend, ebenfalls nach Darmstadt.

Die Jugendzeit Luises und die ihrer Geschwister verläuft in Darmstadt bei der Großmutter in ruhigen Bahnen. Ihre Erziehung übernimmt eine Schweizerin, Fräulein von Gelieux. Luise wird, wie bei Mädchen ihrer Kreise üblich, in französischer und englischer Sprache, in Geschichte, Geographie, Deutsch und Religion unterrichtet.

Dem wissbegierigen Mädchen ist das jedoch nicht genug und sie bildet sich in bewundernswertem Eifer, tatkräftig unterstützt von Bruder Georg, ständig weiter.

Häufige Reisen nach Straßburg und in die Niederlande bringen Abwechslung in das stille Hofleben. 1790 weilt Luise anlässlich der Krönung Leopold II zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation in Frankfurt und wohnt bei Goethes Mutter.

Zwei Jahre später wohnt sie ebenfalls in Frankfurt der Krönung des Nachfolgers von Leopold, Franz II, bei. Mit Schwester Friederike und Bruder Georg nimmt sie an einem Ball teil, den sie mit Clemens Lothar von Metternich, dem späteren österreichischen Kanzler, eröffnet.

So in die Gesellschaft eingeführt und als Heiratskandidatin präsentiert, hat ihr Auftreten das Interesse König Friedrich Wilhelms II von Preußen geweckt, der sich ebenfalls in Frankfurt aufhält und für seine beiden Söhne auf Brautschau ist.

Nach seiner Begegnung mit Luise und ihrer Schwester Friederike stellt der Preußenkönig im März 1793 die Prinzessinnen - begeistert von der Schönheit der beiden Mädchen - seinen Söhnen vor. Kronprinz Friedrich Wilhelm entscheidet sich für Luise, sein Bruder Louis für Friederike, die für die charmantere, kokettere gilt.

Die Schwester der beiden jungen Männer schwärmt von Luise: "Niemals sah ich vorher und auch niemals nachher ein so entzückendes Wesen. Von regelmäßiger und edler Schönheit verbindet sie mit ihrem reizenden Antlitz einen Ausdruck von Bescheidenheit und Sanftmut, der ihr alle Herzen gewinnt ..."

Tatsächlich hat Luise mit ihren großen blauen Augen, blonden Locken und feinen, regelmäßigen Gesichtszügen eine besondere Ausstrahlung.

Am 24. April 1793 findet in Darmstadt die Doppelverlobung statt. Acht Monate später, am Heiligen Abend, wird Luises Hochzeit mit dem Kronprinzen im Berliner Schloss gefeiert. Zwei Tage später heiratet Friederike den Prinzen Louis. Die im Hofleben erfahrene Sophie Marie von Voß, Oberhofmeisterin, begleitet fortan die künftige Königin, führt sie in ihre Pflichten ein und wird ihr eine gute Freundin, vielleicht sogar ein wenig Mutterersatz.

Die Ehe des Kronprinzenpaares ist von großer Zuneigung füreinander geprägt. Dieser Tatsache verdankt Luise, neben ihrer Anmut und ihrem warmherzigen Charakter, sicher einen Großteil ihrer Popularität. Denn harmonische Verbindungen waren im preußischen Herrscher-haus - wie bei fast allen Dynastien - selten.

Das Alltagsleben des Paares verläuft recht gleichmäßig und wird nur von Reisen nach Neustrelitz an den väterlichen Hof oder nach Pyrmont unterbrochen. 1795 erwirbt der Kronprinz das bei Potsdam im Havelland gelegene Gut Paretz, da ihm der Aufenthalt im Oranienburger Schloss wenig zusagt. Auf Gut Paretz verbringt das Paar seine glücklichste und unbeschwerteste Zeit.

Als Mutter erfüllt Luise alle Erwartungen, die an sie gestellt werden. Sie bringt zehn Kinder zur Welt, von denen sieben das Erwachsenenalter erreichen. Der älteste Sohn regiert Preußen als Friedrich Wilhelm IV von 1840 bis 1861. Der Nächstgeborene folgt seinem Bruder auf den Thron und wird als "Wilhelm I" 1871 Kaiser. Tochter Friederike Charlotte heiratet 1817 Nikolaus I von Russland und wird 1825 Zarin.

Am 16. November 1797 stirbt Friedrich Wilhelm II. Der Kronprinz übernimmt als Friedrich Wilhelm III die Regierung und Luise wird mit 21 Jahren Königin von Preußen.

1798 begleitet Luise ihren Gemahl auf der Huldigungsreise nach Königsberg über Danzig und Frauenburg und zurück durch Polen über Warschau nach Breslau. Die Reise wird ein Triumphzug für das Herrscherpaar. Im folgenden Jahr werden die westlichen Gebiete des preußischen Staates, Westfalen und die fränkischen Provinzen besucht.

In Ansbach lernt Luise Karl August von Hardenberg kennen, dessen Berufung zum Außenminister sie durchsetzt. In Weimar begegnet sie dem von ihr sehr verehrten Friedrich von Schiller. Im Sommer 1800 bereist das Paar Schlesien und das Riesengebirge.

Gegen Napoleon, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts immer mehr Druck auf Preußen ausübt, schließt Friedrich Wilhelm ein Bündnis mit Russland. In Memel findet das Zusammentreffen mit dem russischen Zaren Alexander I statt, der von der preußischen Königin fasziniert ist.

Napoleon dehnt seinen Einflussbereich auf deutschem Gebiet immer mehr aus. Darum erklärt Friedrich Wilhelm Frankreich am 9. Oktober 1806 den Krieg. Preußen erleidet eine empfindliche Niederlage. Am 27. Oktober 1806 marschiert Napoleon als Sieger in Berlin ein.

Luise flieht mit den Kindern nach Königsberg. Am 14. Juni 1807 besiegt Napoleon bei Friedland die Armee des Zaren und die restlichen preußischen Truppen. Am 6. Juli 1807 findet in Tilsit die legendäre Begegnung Luises mit Napoleon statt.

Die Königin war überrascht, in Napoleon nicht das erwartete Ungeheuer, sondern einen hochintelligenten, angenehm auftretenden Mann, zu treffen. Luise bittet Napoleon um ein maßvolles Vorgehen bei den zu erwartenden Friedensverhandlungen. Konkrete Zugeständnisse erreicht sie jedoch nicht. Tatsächlich sind die Bedingungen des Friedens von Tilsit hart.

Nach dem demütigenden Friedensschluss sieht Luise ihre Hauptaufgabe darin, den König, der oft verzweifelt ist, aufzurichten und ihm durch ein glückliches Familienleben Rückhalt zu geben. Weil eine Rückkehr ins französisch besetzte Berlin nicht möglich ist, regiert der König den Staat von Königsberg aus.

Freiherr vom Stein bringt dringende Reformen auf den Weg. Stein kürzt sein eigenes Gehalt und das seiner Beamten um die Hälfte und verlangt auch vom königlichen Haushalt Einsparungen. Bis auf den Schmuck der Königin wird alles Entbehrliche verkauft.

Am 23. Dezember 1809 kehrt das Königspaar nach Berlin zurück. Luise beteiligt sich aktiv an den Bemühungen, Hardenberg wieder in den Staatsdienst zu stellen, den dieser auf Betreiben Napoleons hatte verlassen müssen. Klar hat Luise erkannt, dass Hardenberg der ideale Berater war, den ihr oft unschlüssiger Mann brauchte.

Am 25. Juni 1810 reist Luise nach Neustrelitz, um ihren Vater und ihre Großmutter zu treffen. Hier erkrankt sie wenige Tage später an einer Lungenentzündung, von der sie sich nicht mehr erholt. Am 19. Juli 1810 stirbt Luise. Der König leidet unsäglich.

Königin Luise findet ihre letzte Ruhestätte im Mausoleum im Park des Schlosses Charlottenburg. Friedrich Wilhelm III wurde dreißig Jahre später an gleicher Stelle beigesetzt.

Ihre Renate Raidt

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