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November - Friedrich von Schiller - Skorpion

mitfühlend - intelligent - individuell - tiefsinnig - eigenwillig - angriffslustig - unnachgiebig - kämpferisch - stolz

Am 10. November 1759 wird Johann Christoph Friedrich Schiller in Marbach am Neckar als Sohn des Arztes Johann Caspar Schiller und seiner Ehefrau Elisabetha Dorothea geboren. 1766 tritt er nach Besuch der Lorcher Dorfschule in die Ludwigsburger Lateinschule ein.

Um dem begabten Sohn eine gute Ausbildung zu ermöglichen, bleibt den Eltern keine Wahl, als Friedrich auf die Militärschule des Herzogs Karl Eugen zu schicken. Nach Weisung des Herzogs studiert Schiller ab 1773 zunächst Jura, ab 1775 Medizin an der Militärakademie in Stuttgart. Er promoviert 1780.

Schiller macht sich in dieser Zeit mit der Lektüre zahlreicher Dichter und Philosophen vertraut, da-runter Klopstock, Lessing und Shakespeare. Doch muss er die Werke antiker Dichter, berühmter Philosophen und Dramatiker heimlich lesen, da an der Militärschule jede Beschäftigung mit schöngeistiger Kunst verboten ist.

Schon in frühen Jahren zeichnet sich ab, dass Friedrichs Gesundheit sehr labil ist. Er wird häufig krank.

Unter dem Einfluss der Aufklärung nimmt Schiller 1777 die Arbeit an den "Räubern" auf. Das Werk erscheint 1781 anonym. Schiller nimmt damit eine zentrale Rolle des Sturm und Drangs ein. 1780 schließt er die Militärakademie im zweiten Anlauf mit der Dissertation „Versuch über den Zusammenhang der tierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen“ ab.

Im gleichen Jahr wird er vom Herzog zum Regimentsarzt ernannt. Nachdem er Stuttgart zweimal unerlaubt verlassen hat, er fährt zweimal nach Mannheim, einmal zur Uraufführung seiner Räuber im Januar 1782, erhält Schiller zwei Wochen Arrest und Schreibverbot. Trostlose berufliche Aussichten, weitere Verbote, die seinen Freiraum beschneiden und der Drang, endlich seiner wahren Berufung als Dramatiker zu folgen, gipfeln schließlich in seiner Flucht.

In Begleitung seines Freundes Andreas Streicher flieht Schiller aus Stuttgart und taucht zunächst in Mannheim unter. Bis Ende 1782 hält er sich an weiteren Orten, z.B. Frankfurt, versteckt. Im Dezember 1782 wird er von der Schriftstellerin Henriette von Wolzogen aufgenommen. Auf ihrem Gut in Bauerbach in Thüringen nimmt er die Arbeit an der Dichtung „Luise Millerin“, die später in „Kabale und Liebe“ umbenannt wird, auf.

1783 ist „Luise Millerin“ fertiggestellt. Schiller erhält für ein Jahr eine Stelle als Theaterdichter in Mannheim. Sein „Fiesko“, ein historisches Drama, bringt keinen Erfolg. Erst mit der Aufführung von „Kabale und Liebe“ stellt sich der ersehnte Erfolg ein. Daraufhin wird Schiller Mitglied der „Kurfürst-lichen Deutschen Gesellschaft“. Seine Antrittsrede „Vom Wirken der Schaubühne auf das Volk“ erscheint 1802 unter dem Titel „Die Schaubühne als moralische Anstalt“. Nachdem sein Anstellungsvertrag am Mannheimer Theater nach einem Jahr nicht verlängert wird, gerät Schiller in finanzielle Schwierigkeiten. Oft in seinem Leben plagen ihn Geldsorgen und Ringen um Anerkennung. Für beides findet er immer wieder Gönner und Mäzene, die ihn so gut sie können, unterstützen.

Zwischen 1785 und 1787 hält sich Schiller vorwiegend in Leipzig und Dresden auf. In dieser Zeit konnten nur wenige Werke beendet werden, darunter die „Hymne an die Freude“, die später von Beethoven vertont wird und „Don Carlos“. Im Juli 1787 verlässt Schiller Dresden und übersiedelt nach Weimar.

In der Zeit von Juli 1787 bis Mai 1788 hält sich Schiller in Weimar auf.

Dort macht er die Bekanntschaft mit Johann Gottfried Herder und Christoph Martin Wieland. Schiller wird in dieser Zeit Mitarbeiter von Wielands Zeitschrift „Der Teutsche Merkur“. Im Winter 1788 besucht Schiller Süddeutschland und lernt Charlotte von Lengefeld kennen, die er am 22. Februar 1790 heiratet. Aus der Ehe gehen vier Kinder hervor.

Er beschäftigt sich intensiv mit historischen Studien, daraus resultiert die „Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung“ (1788). Damit kann er seine finanzielle Lage verbessern. 1788 lernt er Johann Wolfgang von Goethe kennen. 1789 wird Schiller zum Professor für Geschichte an die Universität Jena berufen.

Seine Antrittsvorlesung wird von den Studenten mit großer Begeisterung aufgenommen. Ab 1790 wird Schiller von Herzog Karl August von Weimar eine jährliche Pension zuerkannt.

Im gleichen Jahr erkrankt er an einer Lungenentzündung, von der er sich nie mehr richtig erholen wird. Durch die Krankheit gerät er wieder in finanzielle Schwierigkeiten.

Schiller setzt sich mit den Werken Immanuel Kants auseinander, dessen idealistische Philosophie Schillers Ästhetik in seiner klassischen Periode beeinflusst.

1792 wird Schiller von der Französischen Republik für sein Drama „Die Räuber“ zum französischen Ehrenbürger ernannt.

Er erleidet einen Rückfall seiner Krankheit, die ihn zwingt seine Lehrtätigkeit auszusetzen. Zu Beginn des Jahres 1793 kann er seine Lehrtätigkeit wieder aufnehmen.

Er gründet die literarische Zeitschrift „Die Horen“.

Im Jahre 1794 kommt es zu verschiedenen Begegnungen, mit Hölderlin, Johann Gottlieb Fichte und Wilhelm von Humboldt. Mit Johann Wolfgang von Goethe kommt es zu einer Annäherung. Er kann ihn als Mitarbeiter für seine Zeitschrift „Die Horen“ gewinnen.

Zwischen Goethe und Schiller entwickelt sich eine immer stärker werdende Freundschaft. Schiller besucht Goethe mehrere Male in Weimar.

1795 erscheinen Goethes Beiträge „Über naive und sentimentalische Dichtung“ und „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ in den Horen.

In dieser Zeit besteht ein reger Briefwechsel zwischen Goethe und Schiller. 1796 erscheinen die aus gemeinsamer Arbeit der beiden resultierenden „Xenien“ in Schillers „Musenalmanach“. Im Balladenjahr 1797 entstehen zahlreiche Balladen, die auf den Einfluss Goethes zurückzuführen sind. Auch sie erscheinen im „Musenalmanach“.

Die von Schiller und Goethe in dieser Zeit geschaffenen Werke orientieren sich an der Antike und der Renaissance und prägen den Stil der „Weimarer Klassik“.

Schiller wendet sich verstärkt der Dichtung zu. 1799 wird seine Wallenstein-Trilogie fertiggestellt und uraufgeführt.

Im Dezember des gleichen Jahres übersiedelt er mit seiner Familie nach Weimar. Er wird Mitarbeiter des Weimarer Theaters. In rascher Abfolge entstehen die Theaterstücke „Maria Stuart“ (1800), „Die Jungfrau von Orleans“(1801), „Die Braut von Messina“ (1803) und „Wilhelm Tell“ (1804).

1802 wird Schiller geadelt und darf sich nun Friedrich von Schiller nennen.

Seine Arbeit am Drama „Demetrius“ kann er nicht mehr vollenden.

Eine akute Lungenentzündung führt am 9. Mai 1805 zu seinem frühen Tod.

Bei der Autopsie stellen die Ärzte ein multiples Organversagen fest. Es grenzt an ein Wunder, dass Schiller überhaupt so lange leben konnte.

1827 wird sein Sarg in die Weimarer Fürstengruft überführt, in der ein Jahr später auch Goethe beigesetzt wird.

Gibt es einen würdigeren Vertreter des Sternzeichens Skorpion als Friedrich von Schiller?



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