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Zypern

Von Latakia in Syrien steuert unser Schiff den Hafen von Limassol auf der Insel Zypern an.

Seit 1974 ist Zypern geteilt: in die Republik Zypern im Süden und die türkische Republik Nordzypern. Grenze zwischen beiden Staaten ist die "Grüne Linie", die auch die Hauptstadt Nikosia teilt und von Friedenstruppen der Vereinten Nationen bewacht wird.

Die Republik Zypern ist Mitglied der Europäischen Gemeinschaft. Wie alle Inseln hat auch Zypern eine multikulturelle Geschichte. Assyrer, Ägypter, Perser, Griechen und Römer verewigten sich auf der Insel. Auch die Stadtstaaten Genua und Venedig und die Osmanen gaben Gastspiele.

Im ersten Weltkrieg wurde Zypern Teil der britischen Kronkolonie. Aus dieser Zeit ist der Linksverkehr geblieben. Seit 1960 ist Zypern unabhängige Republik.

Die Sonne ist bereits aufgegangen, als die Achille Lauro am Morgen in den Hafen von Limassol einläuft. Omnibusse stehen bereit. Zunächst fahren wir nach Larnaka, zur Kirche des hl. Lazarus. Die Kirche wurde im späten 9. Jahrhundert in der Nähe des Hafens erbaut. Sie ist dem hl. Lazarus von Bethanien geweiht, der hier dreißig Jahre als Bischof wirkte. Es soll sich um den gleichen Lazarus handeln, den Jesus von den Toten auferweckt hat.

Vorbei an Obstgärten, Reben und Olivenhainen fahren wir dann in Richtung Paphos. Aus der Ferne grüßt das schneebedeckte Haupt des Olympos, der höchsten Erhebung des Troodos-Gebirges. Eichen, Kiefern, Zypressen und Zedern wachsen an seinen Hängen.

Einer der schönsten Strände der Insel ist die Bucht "Petra tou Romiou". Hier ist Aphrodithe, die Göttin der Schönheit und Liebe, dem Meer entstiegen. Die Legende erzählt von der schicksalhaften Verbindung der beiden Urgötter Uranos und Gaia, Himmel und Erde. Aus Angst vor Entmachtung durch die Kinder verbannte Uranos diese in die tiefsten Tiefen der Erde. Gaia grämte sich darüber und ersann eine List. Sie überredete ihren Sohn Kronos, den Vater zu entmannen. Was dieser auch tat. Er warf das Geschlecht des Vaters weit hinaus ins Meer, das aufschäumte. Aus diesem Schaum wurde Aphrodite geboren. Die "Schaumgeborene" wird sie darum auch genannt.

Im Archäologischen Park von Paphos haben Fachleute in jahrzehntelanger Arbeit vieles zu Tage befördert: Kirchen, Katakomben, Villen, Bäder, einen Marktplatz. Besonders beeindruckend sind die Reste der Häuser des Theseus und des Dionysos mit ihren wunderschönen, gut erhaltenen Mosaiken.

Die Stadt Kourion wurde wahrscheinlich im 13. Jahrhundert v. Chr. gegründet. Unter den Ptolomäern und Römern erlebte die Stadt ihre Blütezeit. Große Teile der antiken Stadt wurden ausgegraben und können besichtigt werden. Wir fahren zum Amphitheater von Kourion. Hoch oben, über der Küste auf einem Felsplateau, das nach drei Seiten siebzig Meter in die Tiefe abfällt, gelegen, ist das Theater ein geschichtliches wie künstlerisches Erlebnis. Der Ausblick aufs Meer ist überwältigend.

Das Theater stammt aus dem 2. Jahrhundert vor Christus. Die Hellenen bestimmten, es sollte ein Aufführungsort für Tragödien sein. Die Römer sahen das anders und nutzten es zu ihrer Zeit für die ihnen eigenen Spektakel der Gladiatoren- und Tierkämpfe. Während eines Erdbebens im Jahre 365 stürzte das Theater ein und diente lange Zeit als Steinbruch. Da ein solches Kleinod nicht in der Versenkung der Zeit versinken darf, wurde es wieder aufgebaut. Jährlich im September finden hier Opernaufführungen statt. Es wird auch für Konzerte und andere Großveranstaltungen genutzt. Bemerkenswert ist die glänzende Akustik, die wirklich einmalig ist.

Worte, die unten auf der Spielfläche geflüstert werden, sind in den oberen Sitzreihen noch deutlich zu verstehen.

Viel Schönes haben wir an diesem Tag erlebt und gesehen. Wir fahren zurück nach Limassol zu unserer Achille Lauro. Es ist schon dunkel, als wir Zypern verlassen.



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