{"id":2033,"date":"2023-11-12T16:46:55","date_gmt":"2023-11-12T15:46:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/?p=2033"},"modified":"2023-11-13T13:40:07","modified_gmt":"2023-11-13T12:40:07","slug":"zum-vorlesen-lassen-heimkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/2023\/11\/12\/zum-vorlesen-lassen-heimkehr\/","title":{"rendered":"Zum Vorlesen lassen: Heimkehr"},"content":{"rendered":"\n<p> Um euch die Sache zu erleichtern, k\u00f6nnt ihr sie  nicht nur nachlesen, sondern euch auch vorlesen lassen. Eine Premiere!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vorlesen lassen:<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Sylvia  Mardan : Heimkehr\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/uyd6GgbYE6Y?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Und falls ihr es doch lieber lesen wollt:<\/h2>\n\n\n\n<p>Burladingen (Baden-W\u00fcrttemberg) 1946<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"427\" height=\"640\" src=\"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/slingshot-4050142_640.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2037\" style=\"width:343px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/slingshot-4050142_640.jpg 427w, https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/slingshot-4050142_640-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 427px) 100vw, 427px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Werner schlich sich die alte Holztreppe hinab. Wie jeden Tag sa\u00dfen seine Mutter und Tante Emma nach dem Mittagessen in der K\u00fcche und unterhielten sich. Die beste Zeit, sich nach drau\u00dfen zu stehlen. Vorsichtig setzte er einen Fu\u00df vor den anderen. Er tastete nach der Steinschleuder in seiner Hosentasche. Gestern Abend war es ihm endlich gelungen, ein Einmachgummi zu stibitzen. Sicher flogen die Steine damit besonders weit. Hoffentlich bis in den Wipfel des Zwetschgenbaums beim Bauer Huber. Die Treppe hatte er geschafft. Einen Schritt weiter und er w\u00fcrde vor der Haust\u00fcr stehen. Er lugte um die Ecke. Die K\u00fcchent\u00fcr am Ende des Flurs war angelehnt. Die Stimmen dahinter klangen aufgeregt. Besser er machte sich aus dem Staub, bevor man ihm wieder irgendwelche Arbeiten auftrug. Vorsichtig dr\u00fcckte er die Klinke herunter und \u00f6ffnete die T\u00fcr. Da h\u00f6rte er das Wort Pirmasens. Wie angewurzelt blieb er stehen und lauschte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbGeh fort, moje schunn?\u00ab Die Stimme seiner Mutter klang aufgeregt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbHa jo \u2013 wann i dir\u2018s sag\u00ab, antwortete seine Tante. \u00bbMorge fr\u00fch fahred ihr hoim. I han&#8217;s ned glauba wolla. Jedzd seid ihr scho vier Jahr do ond noh gohd&#8217;s so gschwend.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Heim? Werners Herz machte einen Satz. Das gro\u00dfe gr\u00fcne Mietshaus in der Sonnenstra\u00dfe tauchte vor seinem inneren Auge auf. Dann die Gesichter seiner Freunde. Wie es ihnen wohl ging? W\u00fcrde er sie alle wiedersehen? Schlie\u00dflich hielt er es nicht mehr aus. Er fuhr herum, rannte den Flur entlang und st\u00fcrmte in die K\u00fcche. Aus weit aufgerissenen Augen sahen ihn die beiden Frauen an.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbFahren mer wirklich h\u00e4m?\u00ab Werner kletterte zu seiner Mutter auf die Eckbank.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese wischte sich eine Tr\u00e4ne von der Wange, lachte und fuhr ihm durchs Haar. \u00bbJa, endlich gehn mer h\u00e4m.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>In der Nacht w\u00e4lzte sich Werner im Bett hin und her. So viele Gedanken jagten ihm durch den Kopf. Ihre Ankunft in Burladingen kam ihm in den Sinn. Was f\u00fcr eine schwere Zeit das gewesen war.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbStockfranzosen\u00ab, hatten die Kinder sie genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur weil Pirmasens nah an der franz\u00f6sischen Grenze lag. Jeden Tag diese H\u00e4nseleien in der Schule. Als ob er gerne hierhergekommen w\u00e4re. Dabei mussten sie fliehen. Es war viel zu gef\u00e4hrlich geworden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" src=\"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/bunker-1569712_640.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2035\" style=\"width:457px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/bunker-1569712_640.jpg 640w, https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/bunker-1569712_640-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Fast jede Nacht rissen ihn damals die Sirenen aus dem Schlaf. Die ganze Familie st\u00fcrmte aus dem Haus. Oft waren die Jagdbomber bereits zu h\u00f6ren. Um in den Luftschutzbunker zu fliehen, war die Zeit zu knapp und sie suchten Schutz im Keller. Das Brummen der Motoren wurde immer lauter \u2013 bis es \u00fcber ihnen dr\u00f6hnte. Dann war es zu h\u00f6ren &#8211; das gef\u00fcrchtete Pfeifen der fallenden Bomben. Werner hielt den Atem an und zuckte zusammen, wenn sie einschlugen. Der Boden vibrierte und Sand rieselte von der Decke. Solche N\u00e4chte musste er zum Gl\u00fcck nicht mehr erleben. Aber hier in Burladingen hatte es auch einen Angriff gegeben. Diese Erinnerung lie\u00df ein flaues Gef\u00fchl in seinem Magen aufsteigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Er hatte im Wald gespielt und war auf dem Weg nach Hause. Dazu musste er eine freie Grasfl\u00e4che \u00fcberqueren und den Hang, Richtung Stra\u00dfe hinunterlaufen. Das Brummen eines Motors lie\u00df ihn innehalten. Kein Zweifel, es kam von oben. Seine Augen suchten den Himmel ab. Da, ein Flugzeug! Es flog eine Schleife und ging in den Tiefflug. Der Stern an dessen Seite war deutlich zu sehen. Ein amerikanischer Jagdbomber! Werner wurde \u00fcbel. Sein Herz stolperte. Er rannte Richtung Wald. Unter den B\u00e4umen w\u00fcrde er Schutz finden. Gehetzt drehte er sich im Laufen um und sah zum Himmel. Viel zu nah war der Bomber gekommen. Er w\u00fcrde es nicht bis zum Waldrand schaffen. In seiner Panik hechtete er in eine Mulde und landete auf dem R\u00fccken. Nicht f\u00e4hig sich zu bewegen, sah er dem Jagdbomber entgegen. Immer tiefer sank dieser herab. Dann ratterten Sch\u00fcsse. Sie waren furchtbar laut. Um sich herum h\u00f6rte er Einschl\u00e4ge. Sein Herz klopfte wild gegen seine Rippen. Er konnte nicht einatmen. Es f\u00fchlte sich an, als l\u00e4ge eine Zentnerlast auf seiner Brust. Der Bomber flog \u00fcber ihn hinweg entfernte sich und kehrte nicht zur\u00fcck. Werner schnappte nach Luft. Vorsichtig bewegte er sich und atmete tief durch. Er war nicht verletzt. Hastig rappelte er sich auf und rannte zum Haus seiner Tante.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"852\" height=\"723\" src=\"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Amerikanischer-Jagdbomber.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2045\" style=\"width:467px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Amerikanischer-Jagdbomber.jpg 852w, https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Amerikanischer-Jagdbomber-300x255.jpg 300w, https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Amerikanischer-Jagdbomber-768x652.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 852px) 100vw, 852px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Es stellte sich heraus, dass nicht er, sondern ein deutscher Soldat beschossen worden war. Dieser hatte mit seinem defekten Lastwagen nur wenige Meter unterhalb von Werner am Stra\u00dfenrand gestanden. Was er um sich herum geh\u00f6rt hatte, waren die H\u00fclsen der Patronen. Zum Gl\u00fcck hatte der Soldat vorgesorgt und eine Grube ausgehoben. Darin hatte er Schutz gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenige Tage sp\u00e4ter wurde das Kriegsende verk\u00fcndet. Franz\u00f6sische Soldaten marschierten ein und besetzten den Ort. Werner lauschte den Gespr\u00e4chen der Erwachsenen. Die meisten hatten Angst vor ihnen. Doch schnell merkte Werner, dass sie nichts zu bef\u00fcrchten hatten, wenn sie sich an die Regeln hielten. Das tat er und lernte einen von ihnen n\u00e4her kennen. Sein Name war Marcel. Der junge Mann holte ihn mit einem Gel\u00e4ndewagen von zu Hause ab und nahm ihn mit zu ihrem Hauptquartier. Dort war Marcel K\u00fcchenchef. Von nun an hatte Werner eine Stelle als K\u00fcchenjunge. Kartoffeln sch\u00e4len war dabei seine Hauptbesch\u00e4ftigung. Jeden Tag gab ihm sein Freund Lebensmittel mit nach Hause. Dort breitete Werner den Inhalt seines Beutels auf dem K\u00fcchentisch aus. Es machte ihn gl\u00fccklich und stolz, in die strahlenden Gesichter seiner Familie zu sehen. An manchen Tagen arbeiteten sie \u00fcber die Sperrstunde hinaus. Marcel brachte ihn dann nach Hause. Einmal ging er mit hinein. Werner unterhielt sich auf Franz\u00f6sisch mit<\/p>\n\n\n\n<p>ihm. Seine Mutter und Tante Emma machten gro\u00dfe Augen. Bis dahin hatten sie nicht gewusst, dass er das konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit Marcel in sein Leben getreten war, gestalteten sich die Tage f\u00fcr Werner viel angenehmer. Jeden Morgen freute er sich darauf, nach der Schule Zeit mit seinem Freund zu verbringen. Bis es zu einem schrecklichen Unfall kam. Marcel st\u00fcrzte von einem Heuschober und verletzte sich schwer. Seine Kameraden brachten ihn in ein Milit\u00e4rkrankenhaus. Seitdem hatte Werner nichts mehr von ihm geh\u00f6rt. Es machte ihn sehr traurig, dass er sich nicht von ihm verabschieden konnte und dass er nicht wusste, was mit ihm geschehen war. Er atmete tief durch. Wie bei seinem Papa. Bei dessen letztem Heimaturlaub hatte die Familie eine sch\u00f6ne Zeit zusammen verbracht. Viel zu schnell war der Urlaub vorbei und er musste zur\u00fcck zur Front. Anfangs kamen noch Briefe von ihm. Die blieben dann aus. Bis heute hatten sie nichts mehr von ihm geh\u00f6rt. Werner w\u00fcsste so gerne, wo sein Vater ist. Seine Mutter hatte gesagt, er sei vermisst. Zum Gl\u00fcck wurden die vermissten Soldaten mit den Z\u00fcgen nach Hause gebracht. Hoffentlich war sein Vater bald dabei.<\/p>\n\n\n\n<p>Werner blinzelte, \u00f6ffnete die Augen und sah zum Fenster. Drau\u00dfen war es noch dunkel. Von unten h\u00f6rte er Stimmen. Er setzte sich auf, g\u00e4hnte und streckte sich. Reinholds Bett war leer. Dann fiel es ihm ein. Heute fuhren sie nach Hause! Mit einem Satz stand er auf den F\u00fc\u00dfen und zerrte seinen Rucksack unterm Bett hervor. Hastig zog er sich an, griff nach seiner Jacke und st\u00fcrmte die Treppe hinunter. Seine Sachen lie\u00df er auf der letzten Stufe fallen und steuerte auf die offene K\u00fcchent\u00fcr zu.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbMoint\u00ab, rief er in die Runde und setzte sich neben Reinhold an den Tisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Onkel Henry schl\u00fcrfte seinen Tee und erwiderte den Gru\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbIch wollt dich grad wecke komme.\u00ab Seine Mutter goss Milch in seine Tasse. \u00bbHasche gut geschlof?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbNee.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDes kann i mer guat vorstella.\u00ab Tante Emma kramte in dem wei\u00dfen K\u00fcchenschrank, der neben der Essecke stand. Sie nahm einen Laib Brot heraus und zog die Besteckschublade auf.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" src=\"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/bacon-1067648_640.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2038\" srcset=\"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/bacon-1067648_640.jpg 640w, https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/bacon-1067648_640-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Onkel Henry holte die Wasserkanne von dem Holzherd. In ihr blubberte das Wasser f\u00fcr den Muckefuck.<\/p>\n\n\n\n<p>Werner trank von seiner Milch und beobachtete Tante Emma.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese packte das Brot und ein St\u00fcck ger\u00e4ucherten Schinken in einen Leinenbeutel. Werner lief das Wasser im Mund zusammen. Dazu legte sie ein Messer. Einige \u00c4pfel und Zwetschgen wanderten in einen anderen Beutel. \u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Des m\u00fcssd langa, bis ihr dahoim seid.\u00ab Sie schaute in die Runde. \u00bbI will mir gar ned vorschdella wie&#8217;s sai wird wenn ihr nemme da seid.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Onkel Henry nickte. \u00bbDes wird ned leichd. Mir han uns so an eich gw\u00f6hnd. Ihr werded uns fehla.\u00ab Er wandte sich an Reinhold. \u00bbDes Buch des i dir gschdern geba han kannsch bhalda.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Werner sah zu seiner Mutter. \u00bbWann fahrn mer los?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbGleich nohm Friestick.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Allm\u00e4hlich verfl\u00fcchtigte sich der Morgennebel. Werner sah den Stra\u00dfenzug bis zur n\u00e4chsten Kurve ein. Die H\u00e4nde tief in den Hosentaschen vergraben, schlurfte er auf dem Gehweg auf und ab. Herbstlaub klebte auf dem nassen Asphalt. Er ging auf seine Mutter zu und blieb stehen. \u00bbWann kommt de Bus endlich?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Diese hielt Helga auf dem Arm und beugte sich etwas zu ihm hinab. \u00bbDer kommt bestimmt gleich.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Werner atmete tief durch. Sein Blick fiel auf seinen Bruder. Der zog die Schultern hoch und g\u00e4hnte. Wie schaffte es Reinhold stillzustehen? Ihm selbst wurde trotz des k\u00fchlen Morgens hei\u00df, wenn er sich nicht bewegte, weil so viele Gedanken auf ihn einst\u00fcrmten. Ob das Haus noch stand? Sicher nahmen die Erwachsenen an, er w\u00fcsste nicht Bescheid. Mit ihm und Reinhold hatten sie nicht dar\u00fcber gesprochen, doch er hatte sich in der Nacht oft auf die oberste Stufe der Holztreppe gesetzt, um zu lauschen. Von den Luftangriffen auf Pirmasens, von der Zerst\u00f6rung und von den vielen Opfern hatten sie erz\u00e4hlt. Er mochte sich das gar nicht vorstellen. Wieder nahm er seinen Weg auf. Dieses Mal in die andere Richtung. Endlich, das Tuckern eines Motors war zu h\u00f6ren. Werner fuhr herum. Gem\u00e4chlich bog der Bus um die Kurve, zog dicke Rauchwaden nach sich und hielt ratternd vor ihnen an.<\/p>\n\n\n\n<p>Die T\u00fcr \u00f6ffnete sich und ein Mann stieg aus. Er krempelte die \u00c4rmel seines Hemdes hoch und schob seine M\u00fctze in den Nacken. \u00bbGude Morge, no schdeiga se mol oi.\u00ab<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" src=\"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/bus-4675871_640.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2039\" srcset=\"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/bus-4675871_640.jpg 640w, https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/bus-4675871_640-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Das lie\u00df sich Werner nicht zweimal sagen, nahm die hohen Trittstufen und sah sich im Bus um. Holzs\u00e4cke stapelten sich im hinteren Teil des Innenraums. Auch die alte Handkarre, die Onkel Henry ihnen \u00fcberlassen, und gestern zum Bus gebracht hatte, stand dort. Sie war beladen mit ein paar T\u00f6pfen, einem Mantel und einem sch\u00e4bigen Lederkoffer. Sitzb\u00e4nke gab es nur in der vorderen H\u00e4lfte des Busses. Dort sa\u00dfen bereits einige Frauen und schauten ihnen entgegen. Schade, es fuhren keine anderen Kinder mit. Die letzten beiden B\u00e4nke auf der rechten Seite waren frei. Seine Mutter setzte sich. Die kleine Helga kletterte auf den Platz neben ihr und schmiegte sich bei ihr an. Reinhold sah sich den Fahrerbereich an. Der Busfahrer schulterte einen der Holzs\u00e4cke und schleppte ihn nach drau\u00dfen. Werner blieb an der T\u00fcr stehen und schaute ihm nach. An der Seite des Fahrzeuges \u00f6ffnete der Mann eine Klappe und sch\u00fcttete das Holz hinein. Er stieg wieder ein und wischte sich die H\u00e4nde an seiner Cordhose ab. \u00bb So, \u00e4lles hinsedze, jedzd gohds los.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Werner rutschte auf den Fensterplatz der freien Bank. Sein Bruder setzte sich neben ihn. Wenige Minuten sp\u00e4ter, lie\u00dfen sie Burladingen hinter sich. Wiesen und Felder zogen am Fenster vorbei. Dann s\u00e4umten B\u00e4ume die Stra\u00dfe. Reinhold las in seinem Buch. Die kleine Helga spielte mit ihrer Stoffpuppe.<\/p>\n\n\n\n<p>Werner tippte seiner Mutter auf die Schulter. \u00bbIss es noch weit?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbMir komme bald zum Rheu und dann iss es nimmie weit.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn seine Mutter von bald und gleich sprach, konnte es noch ganz sch\u00f6n lange dauern. Er lehnte den Kopf an das Fenster und blickte in die Weinfelder.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Schlag an seine Schl\u00e4fe lie\u00df Werner zusammenfahren. Er rieb sich die schmerzende Stelle, blinzelte und g\u00e4hnte. Der Bus holperte, ratterte, wurde langsamer und blieb mit einem Ruck stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbZum Donner abr au, was isch jedzd los?\u00ab Der Busfahrer stieg aus und \u00f6ffnete die Motorhaube. Es dauerte eine ganze Weile, bis er wieder einstieg. \u00bbEs dud ma leid, abr mir m\u00fcssed uf Hilfe warde.\u00ab Er kratzte sich am Hinterkopf.\u00bb Und des wird erschd morga der Fall sai. I geh zur\u00fcgg zu d\u00e4m Dorf durch des mr grad gfahra sind, um zu delefoniere.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Werner st\u00f6hnte. Auf keinen Fall w\u00fcrde er hier sitzen bleiben. Sein Blick ging zu einem Feldweg. Dieser m\u00fcndete in einen Wald. \u00bbIch, geh e bissl in de Wald. Gesche mit?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbN\u00e4\u00e4 ich l\u00e4s liewer.\u00ab Reinhold stieg mit ihm aus, setzte sich neben dem Bus ins Gras und schlug sein Buch auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Werner rannte auf den Feldweg zu.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbGeh net so weit fort\u00ab, rief ihm seine Mutter hinterher.<\/p>\n\n\n\n<p>Er erkundete die Gegend, kletterte auf Felsen und testete seine Steinschleuder. Schade, dass es hier keine Obstb\u00e4ume gab. Bald dirigierte ihn sein knurrender Magen zum Bus zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Mutter schnitt f\u00fcr jeden ein kleines St\u00fcck Schinken und eine Scheibe Brot ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Abend wurde es kalt im Bus. Die Frauen h\u00fcllten sich in ihre M\u00e4ntel ein. Seine Mutter nahm eines ihrer Wollkleider aus dem Koffer und wickelte Helga darin ein. Werner fand einen leeren Sack neben der Handkarre und breitete ihn auf dem Boden aus. Seinen Rucksack nutzte er als Kissen und deckte mit seiner Jacke den Oberk\u00f6rper zu. Reinhold richtete sich auch eine<\/p>\n\n\n\n<p>Schlafstelle auf dem Fu\u00dfboden her. In der Nacht fror Werner und sein Magen knurrte f\u00fcrchterlich.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"640\" src=\"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/rocks-6916216_640.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2040\" srcset=\"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/rocks-6916216_640.jpg 480w, https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/rocks-6916216_640-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen traf der Monteur ein und reparierte den Motor. Endlich fuhren sie weiter. Werner wurde es etwas leichter ums Herz. Seine Mutter erz\u00e4hlte ihnen von der gro\u00dfen Br\u00fccke, die sie bald \u00fcberqueren w\u00fcrden. Voller Vorfreude wartete er, bis diese in Sicht kam. Dann sah er den Rhein. Das Sonnenlicht spiegelte sich auf dem Wasser. Unz\u00e4hlige Lichtreflexe tanzten auf den sanften Wellen. Alle Fahrg\u00e4ste reckten die K\u00f6pfe. Aber was war das f\u00fcr eine seltsame Br\u00fccke? Sie lag auf der Wasseroberfl\u00e4che! Jetzt erkannte Werner, dass es Boote waren. Bis zum gegen\u00fcberliegenden Ufer waren diese quer aneinandergereiht. Dar\u00fcber lag eine Fahrbahn aus Holz. Alles schaukelte hin und her. Und wenn der Bus ins Wasser fiel? Er konnte zwar schwimmen, aber wie sollten sie herauskommen. Sein Herz klopfte heftig. Die Br\u00fccke kam immer n\u00e4her. Gleich w\u00fcrden sie auf das schaukelnde Unget\u00fcm fahren. Doch der Busfahrer hielt an und stieg aus. Jetzt sah Werner die Soldaten. Sofort erkannte er, dass es Franzosen waren. Mit geschulterten Gewehren standen sie vor einer Absperrung und schauten dem Fahrer entgegen. Das musste er sich genauer ansehen. Er sprang auf und lief zur T\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWerner, du bleibsch do!\u00ab An der Stimmlage seiner Mutter konnte er erkennen, dass jede Widerrede zwecklos war. Dabei h\u00e4tte er so gerne geh\u00f6rt, um was es ging. Wild gestikulierend redete der Busfahrer auf die Soldaten ein. Doch diese sch\u00fcttelten ihre behelmten K\u00f6pfe.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWas! Erscht Morga!\u00ab, rief der Fahrer.<\/p>\n\n\n\n<p>Werner st\u00f6hnte. Das durfte nicht wahr sein. Es stand ihnen eine weitere Nacht im Bus bevor.<\/p>\n\n\n\n<p>Gepolter riss Werner aus dem Schlaf. Er blinzelte, rappelte sich auf und schaute nach vorne, von wo der L\u00e4rm kam. Im fahlen Licht der Morgensonne sah er die Soldaten an die<\/p>\n\n\n\n<p>Fahrert\u00fcr klopfen. Der Busfahrer \u00f6ffnete die T\u00fcr, unterhielt sich mit ihnen und wandte sich den Fahrg\u00e4sten zu. \u00bbEs gohd weidr!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Den R\u00fccken fest an die Lehne gepresst, sa\u00df Werner auf dem Sitz und schaute auf das Wasser. Im Schritttempo ging es auf die Br\u00fccke zu. Nur noch einige Meter war sie entfernt. Dann holperte es und der Bus schwankte etwas. Mit beiden H\u00e4nden krallte sich Werner an dem Holz der Sitzbank fest und hielt den Atem an. Doch der Bus wackelte l\u00e4ngst nicht so doll, wie er bef\u00fcrchtet hatte. Er atmete aus und entspannte sich etwas. Wenige Minuten sp\u00e4ter erreichten sie das andere Ufer. Jetzt war es nicht mehr weit.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Mittagszeit war es endlich so weit.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbPirmasens\u00ab las Werner auf dem Ortsschild. Er dr\u00fcckte sich die Nase an der Fensterscheibe platt. Was er sah, nahm ihm die Luft zum Atmen. Statt der stolzen H\u00e4user empfingen sie Berge von Steinen und Sand. Gras wucherte dort, wo fr\u00fcher Stra\u00dfen waren. Alles sah fremd aus.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" src=\"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/abandoned-6758912_640.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2041\" srcset=\"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/abandoned-6758912_640.jpg 640w, https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/abandoned-6758912_640-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\u00bbAch du liewer Gott!\u00ab, h\u00f6rte er seine Mutter immer wieder sagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgeregt redeten die Frauen durcheinander. Einige von ihnen weinten. Wer keinen Fensterplatz hatte, stellte sich, um besser sehen zu k\u00f6nnen. Am Messplatz hielt der Busfahrer an und forderte die Fahrg\u00e4ste auf, nachzusehen, ob ihre H\u00e4user noch stehen. Wer keine Unterkunft mehr habe, k\u00f6nne wieder mit zur\u00fcckfahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Mutter hielt eine Hand vor den Mund und lie\u00df den Blick \u00fcber die Tr\u00fcmmer schweifen. \u00bbAch du liewer Gott, was machen mer dann jetzt? Wie soll ich des gonze Zeich in die Sonnestro\u00df schaffe? Es g\u00e4bt jo k\u00e4 Gehw\u00e4che mehr.\u00ab Ihr Blick ging zu Werner. \u00bbGeh und gugg, ob unser Haus noch steht. Wanns noch steht, frosche jemand im Haus, ob er uns helfe kann.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Z\u00f6gernd stieg er aus. Seine Knie zitterten. Er sah sich um. Wie fr\u00fcher an Geb\u00e4uden und Stra\u00dfen orientieren, konnte er sich<\/p>\n\n\n\n<p>nicht. Er schluckte. Ob von ihrem Haus auch nur noch ein Berg von Staub und Steinen \u00fcbrig war? Er atmete tief durch und folgte dem schmalen Trampelpfad. Dieser f\u00fchrte zwischen den Tr\u00fcmmern hindurch. Immerhin, die Richtung wusste er noch. An einigen Stellen war er unsicher. Mit geschlossenen Augen rief er sich dann die Geb\u00e4ude ins Ged\u00e4chtnis, die einst hier standen. Oft kletterte er kurzerhand \u00fcber die Tr\u00fcmmer, um eine ehemalige Stra\u00dfenecke abzuk\u00fcrzen oder einen Fahrweg zu nutzen. Seine Schuhe waren staubig und seine Beine voller Schrammen. Das alles k\u00fcmmerte ihn nicht. Jetzt war es nicht mehr weit. Gleich w\u00fcrde er wissen, ob sie noch ein zu Hause hatten. Wenn er sich nicht irrte, musste er zweimal abbiegen, um in die Sonnenstra\u00dfe sehen zu k\u00f6nnen. Er nahm die erste Abzweigung und erstarrte. Der Stra\u00dfenzug mit den hohen Geb\u00e4uden war in sich zusammengefallen. \u00dcber die Tr\u00fcmmer hinweg sah er direkt in seine Stra\u00dfe. Vier H\u00e4user ragten zwischen den Steinbergen empor. Dort stand es, das gro\u00dfe gr\u00fcne Mietshaus. Ein befreiendes Lachen sprengte seine Brust. Werner wischte sich eine Tr\u00e4ne von der Wange. Endlich wieder daheim.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um euch die Sache zu erleichtern, k\u00f6nnt ihr sie nicht nur nachlesen, sondern euch auch vorlesen lassen. Eine Premiere! 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