{"id":438,"date":"2019-06-09T18:14:03","date_gmt":"2019-06-09T16:14:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/?page_id=438"},"modified":"2020-09-14T12:06:12","modified_gmt":"2020-09-14T10:06:12","slug":"beate-seim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/2019\/06\/09\/beate-seim\/","title":{"rendered":"Beate Seim"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-480 alignleft\" src=\"http:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Beate-Seim-Foto-Herbstwind-Online.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Beate-Seim-Foto-Herbstwind-Online.jpg 514w, https:\/\/www.herbstwind-online.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Beate-Seim-Foto-Herbstwind-Online-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Darf ich mich vorstellen: Mein Name ist Beate Elisabeth Seim, geborene Stra\u00dfel.<\/p>\n<p>Am 13. M\u00e4rz 1940 wurde ich &#8211; bedingt durch die Evakuierung meiner Eltern &#8211; in Augsburg geboren. Im Herbst 1940 kam ich jedoch zur\u00fcck in meine Heimatstadt Pirmasens, wo ich bis heute noch lebe.<\/p>\n<p>Meine Kinderjahre waren mit Sirenengeheul, Kelleraufenthalten, dem Geruch von Schutt und Asche und Angst ausgef\u00fcllt. Das Schlimmste jedoch war der Verlust meines Vaters durch den schrecklichen Krieg &#8211; da war ich noch nicht einmal drei Jahre alt. Meine Mutter und meine Oma waren fortan die einzigen Begleiterinnen durch mein junges Leben.<\/p>\n<p>Eingeschult wurde ich im Jahr 1946 auf der Horebschule. Leider waren auch hier noch die Kriegs-Nachwehen zu sp\u00fcren. Das Schulhaus mussten wir mit den franz\u00f6sischen Besatzungskindern teilen. Im Winter sa\u00dfen wir im ungeheizten Klassenzimmer, dick eingemummt in Mantel, Schal, M\u00fctze und Handschuhe und nahmen &#8211; dennoch frierend &#8211; am Unterricht teil. Doch auch dies \u00fcberstand ich und verlie\u00df 1954 die Volksschule mit Erfolg.<\/p>\n<p>Vier Wochen sp\u00e4ter begann ich eine kaufm\u00e4nnische Lehre bei einer Buchdruckerei. Nach dem Besuch der Berufsschule und diverser Stenografie- und Schreibmaschinen-Kurse legte ich 1957 erfolgreich meine Pr\u00fcfung zur Industriekauffrau ab. Das bedingte ein erstes Aufatmen in meinem Leben.<\/p>\n<p>Endlich 18 &#8211; der Weg war frei zum Besuch der Tanzstunde. Der Unterricht bei der legend\u00e4ren Tanzlehrerin machte mir gro\u00dfen Spa\u00df und ich tanzte unheimlich gerne. Dabei trat vermutlich auch das Erbe meiner ebenfalls tanzbegeisterten Eltern in Erscheinung. Die Kr\u00f6nung eines abgelaufenen Kurses war nat\u00fcrlich der jeweilige Abschlussball &#8211; das erste lange Kleid, ein Wiener Walzer, der Applaus &#8211; ich genoss diese unbeschwerte, sch\u00f6ne Zeit!<\/p>\n<p>Erste Kenntnisse im Umgang mit kranken kleinen Kindern konnte ich mir bei meiner ehrenamtlichen T\u00e4tigkeit in der Kinderklinik im Nardini-Haus aneignen. Drei Jahre lang ging ich fast jeden Sonntag den netten Ordensschwestern tatkr\u00e4ftig zur Hand. Die dabei reichlich gesammelten Erfahrungen kamen mir sp\u00e4ter bei meinen eigenen Kindern sehr zugute.<\/p>\n<p>Die Musik brachte meinen Mann und mich zusammen, waren wir doch beide aktive Mitglieder im 1. Mandolinen-Orchester Pirmasens. Nach einem halben Jahr Verlobung sagten wir 1963 beide zueinander zweimal &#8222;Ja&#8220; &#8211; inzwischen sind daraus 52 Jahre geworden. Gerne denken wir noch heute an unsere sch\u00f6ne Hochzeit zur\u00fcck. Gemeinsam gingen wir durch H\u00f6hen und Tiefen unseres Lebens. Als Erholungsr\u00e4ume dienten uns stets der Schwarzwald und der sch\u00f6ne Pf\u00e4lzer Wald.<\/p>\n<p>In meinem Beruf war ich sehr ehrgeizig und schaffte es mit Flei\u00df und der seinerzeit noch zwingend notwendigen Beherrschung der Stenografie bis zur Chefsekret\u00e4rin.<\/p>\n<p>Mit der Geburt unserer Tochter im Jahr 1972 tauschte ich den B\u00fcrojob gerne gegen die T\u00e4tigkeiten als Hausfrau und Mutter ein. 1975 machte die Ankunft unseres Sohnes die Familie komplett.<\/p>\n<p>Beim Kauf unseres Hauses war meine finanzielle Beteiligung gefragt. Doch mein &#8222;Erziehungs-Urlaub&#8220; hatte mich von meiner fr\u00fcheren T\u00e4tigkeit weit entfernt, denn inzwischen war das Computer-Zeitalter angebrochen.<\/p>\n<p>Ich wagte einen Neuanfang, machte mich zur &#8222;B\u00fcgel-Fee&#8220; und damit zu meiner eigenen Chefin. Viele b\u00fcgelscheue Kundinnen vertrauten mir ihre W\u00e4sche an. Vom Geschirrhandtuch \u00fcber das Herrenhemd bis zur Spitzendecke &#8211; unter meinem Eisen wurde alles glatt. So manches Smoking-Hemd und Abendkleid, die beim Ball des Oberb\u00fcrgermeisters auf dem Parkett gl\u00e4nzten, waren von mir vorab in die richtige Form gebracht worden.<\/p>\n<p>Dazwischen fr\u00f6nte ich meinem Hobby &#8211; dem Schreiben. Viele Leser einer der ortsans\u00e4ssigen Tageszeitungen schmunzelten 10 Jahre lang \u00fcber meine Kolumnen; Kindergeschichten aus meiner Feder erschienen in der katholischen Kirchenzeitung und auch in diversen Magazinen war ich gern gelesene Gastschreiberin.<\/p>\n<p>Zum &#8222;Herbstwind&#8220;-Team darf ich mich nunmehr auch schon seit 10 Jahren z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Mein erstes Kinderbuch widmete ich unserer s\u00fc\u00dfen Enkelin, mit der uns unsere Tochter 2009 zu gl\u00fccklichen Gro\u00dfeltern machte.<\/p>\n<p>In letzter Zeit wurde mein Hobby indes etwas in den Hintergrund gedr\u00e4ngt, denn mit bereits 70 Jahren wartete eine neue Aufgabe auf mich. Das Schicksal meinte es mit meinem Mann nicht besonders gut und nun braucht er mich rund um die Uhr zur Pflege. Ich hoffe, dass meine Kraft dazu noch lange reicht und wir noch ein paar gute Jahre miteinander erleben d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Beate Seim<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Darf ich mich vorstellen: Mein Name ist Beate Elisabeth Seim, geborene Stra\u00dfel. Am 13. 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