Matthias Kumschlies

Ich bin dabei

Von Matthias „Champy“ Kumschlies

Ich bin ein Unnold – geboren dort, wo man mich seit jeher Champy ruft. Ein Name, der nach Pfalz klingt, nach Schoppen, nach Herzlichkeit, nach Geschichten, die nicht auf dem Papier beginnen, sondern im Leben selbst. Und vielleicht ist es genau deshalb, dass ich mich in der Zeitschrift Herbstwind so gut aufgehoben fühle: Sie passt zu mir. Ich stehe im Herbst meines Lebens – und ich mag diesen Abschnitt. Er hat Farbe, Tiefe, Reife. Und vor allem hat er Wind. Mal trage ich ihn, mal trägt er mich, und manchmal stelle ich mich ihm auch entgegen – einfach, weil es Spaß macht.

Vom Babbler zum Schreiber

In meiner Jugend waren Aufsätze für mich eine echte Qual. Als Pfälzer Bub, der im Dialekt groß wurde, musste ich ständig überlegen, wie ein Wort wohl hochdeutsch heißen könnte. Kaum hatte ich das Thema verstanden, war die Zeit schon vorbei – und der Aufsatz musste abgegeben werden. Der Dialekt saß mir im Blut, die Schriftsprache auf der Zunge – aber sie blieb mir lange fremd.

20 bis 50 – die Jahre der Worte

Zwischen meinem 20. und 50. Lebensjahr änderte sich das plötzlich. Ich wurde Pressesprecher – und das gleich in mehreren Welten: Kultur, Sport, soziale Einrichtungen. Ich schrieb, erklärte, überzeugte, berichtete. Besonders stolz bin ich auf meine Zeit als Mitwirkender und später sogar als Chefredakteur der Fanzeitung „Die Welle“. Mit einer Auflage von 20.000 Exemplaren rollte sie bei jedem Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern ins Stadion – und mit ihr meine Worte.

Warum Herbstwind?

Jetzt, wo die Tage ruhiger werden und ein eigenes Buch als Lebensprojekt leise an die Tür klopft, suchte ich Menschen, die Sprache lieben. Menschen, die mit Worten spielen wie mit Kieselsteinen im Bach: leicht, neugierig, manchmal tiefgründig, manchmal verspielt.

Und ich fand sie: Das Team der Zeitschrift Herbstwind.

Hier wird nicht nur geschrieben – hier wird zugehört, ermutigt, gelacht, korrigiert, gefeilt. Hier lerne ich täglich dazu: über Sprache, über Stil, über Mut beim Schreiben. Und manchmal sogar über mich selbst.

Warum ich dabei bleibe?

Weil es mir Freude macht. Weil ich Wortspieler liebe wie Heinz Erhardt oder Ludwig Burgdörfer. Weil mich Leserinnen und Leser motivieren – gedruckt wie digital. Und weil ich spüre, dass Geschichten im Herbst des Lebens nicht weniger werden, sondern reicher.

Ich bin dabei. Und ich freue mich auf alles, was wir gemeinsam schreiben, formen, erleben.