Tierisch menschliche Gebete von Drutmar Cremer

„Der Benediktiner Drutmar Cremer hat ungewöhnliche Gebete verfasst.

Tiere sprechen sie, und den Menschen rühren sie an, weil diese Tiere menschliche Züge tragen.

Die Texte sind heiter und sie flirren leicht, wie ein Kolibri.

Aber sie bezeugen bisweilen auch die schwermütigen Schatten der Erde, die das Leben so kompliziert und bedrängend machen können.

Aber immer bezwingt in diesen Gebeten ein köstliches Lächeln die Verdrehtheiten des Daseins, gewinnen ihm das Gute meist gütig ab.

Sie scheinen den Ernst der Schatten aufzulösen in tanzende Lichtflecke, die einem sonnigen Gemüt entspringen und die vordergründigen Barrieren des Alltags überwinden.

Diese Gebete lassen die Welt, die Menschen, die Erfahrungen des Lebens und die Umbrüche der Zeit in einem optimistischen Licht erscheinen.

Sie sind Strahlen eines Sterns, den die Menschen fast schon vergessen haben.

Wer diese Tiere anschaut, ihr Wesen und ihr Verhalten, der ahnt vielleicht, wie Gott den Menschen gedacht hat.“

Demnächst können Sie monatlich ein tierisch-menschliches Gebet aus dem reizenden Büchlein „Ich preise Dich Herr, darum hüpfe ich“ lesen.

Herzliche Grüße
Ihre Renate Raidt

Gebet des Hundes

Der Benediktiner Drutmar Cremer hat ungewöhnliche Gebete verfasst.

„Dass mir der Hund das Liebste sei, sagst Du, o Mensch, sei Sünde?

Der Hund war mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.“ So Franz von Assisi.

Jeder, der irgendwann einen Hund sein eigen nennen konnte, kann das nachfühlen.

Gebet des Hundes

Meine Hochachtung, Herr!

Bei meiner Schöpfung

hatte Deine Phantasie

eine gute Stunde.

Wie bist Du bloß

auf den Hund gekommen?

Auf diese Wundertüte

farbiger Möglichkeiten?

Auf dieses Kaleidoskop

vielfältiger Gestalten?

Dackel und Dogge,

Bernhardiner und Dalmatiner,

Schäferhund und Mops,

Pudel und Spitz,

Dobermann und Riesenschnauzer ….

Ach, Du weißt, Herr,

ich könnte noch viele Kollegen

und Artgenossen aufzählen:

bullige und drollige,

langhaarig und kurzgeschoren,

mit platter Schnauze und

mit treuem Blick,

auf der Jagd und

auf dem Schoß,

Kuscheltier und Wachkommando,

bissig und verspielt,

an langer Leine und

mit Schleifchen im Haar,

und dazu sind wir alle

siebenmal älter als Menschen ….

Ich habe nachgedacht, Herr.

Bei den Menschen sind wir beliebt.

„Haustiere“ nennt man uns sogar.

Aber in der Bibel kommen wir

eigentlich nur selten vor.

Wie kommt das?

Den Esel hast Du sogar

an die Krippe in Bethlehem gerufen.

Und den Ochsen dazu.

Aber die Hirten,

die als erste zur Krippe kamen,

hatten wohl nicht nur Schafe,

auch Hunde. Schäferhunde natürlich.

Und ehrlich gesagt!

Kannst Du Dir die Königin von Saba,

diese Glanznummer an Schönheit,

eigentlich ohne Schoßhündchen vorstellen?

Ich nicht.

Aber so ganz unbiblisch

sind wir auch wieder nicht.

Unser Kennwort heißt: WAU! WAU!

Und genau so lautet ein Buchstabe

im hebräischem Alphabet.

Ist das nichts?

WAU! WAU! – Urlaute der Welt

und zudem recht orientalisch,

ganz tief aus dem Rachen.

Ob auf der Jagd oder auf dem Schoß,

hinter einem Gitter oder an der Leine.

„WAU! WAU!“,

ist unser dankbares „Amen“

zu Dir und zu uns selbst.

WAU! WAU!

Wie schön, Herr!

Du bist auf den Hund gekommen.

WAU! WAU!

Ihre Renate Raidt

Die Sicherheit unserer Senioren ist uns wichtig – informieren, beraten, warnen

Ausbildung „Sicherheitsberater für Senioren“ (SfS) wurde gut angenommen

Auf Einladung des Polizeipräsidiums Westpfalz in Kaiserslautern fand jetzt im Hause der Kreisverwaltung Pirmasens eine Grundausbildung „Sicherheitsberater für Senioren“ statt, an der 25 Interessierte aus der gesamten Westpfalz teilnahmen. Zum Abschluss der über zwei Tage gehenden Ausbildungsmaßnahme durften sich die Teilnehmer über eine Urkunde, unterschrieben von Polizeihauptkommissar Axel Emser, freuen. Sie gehören nun zum Kreis derer, die Senioren helfend informieren, beraten und auch warnen.

(Maria-Luise Hehner)

+++Weitere Informationen folgen+++

Save the Date – Sicherheitsberater*Innen für Senioren – Wir suchen SIE !

Die Ausbildung findet in der Kreisverwaltung Südwestpfalz, Kreistagssaal, Unterer Sommerwaldweg 40-42, Pirmasens, statt.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der

Leitstelle „Älter werden“, 06331/809-333 oder per E-Mail: k.frisch@lksuedwestpfalz.de

Bunter Lieder-Nachmittag des Netzwerks Demenz

Am 21. Mai fand die musikalische Zeitreise für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen im Bürgerhaus in Dellfeld statt.

Auch wenn bei Menschen, die an Demenz leiden, vieles in Vergessenheit gerät – an Musikstücke aus ihrer Kindheit und Jugend können sie sich noch lange erinnern. Das Musikgedächtnis bleibt sehr lange intakt.

Jubiläumsausgabe – Pressegespräch

Anlässlich der 50. Ausgabe des Herbstwindes hat das Redaktionsteam zu einem Pressetermin in die Kreisverwaltung Südwestpfalz eingeladen. Die ehrenamtlich tätigen Redakteurinnen und Redakteure berichteten, wie der Herbstwind entsteht.

Vor 25 Jahren wurde die Seniorenzeitschrift von dem damaligen Ersten Kreisbeigeordneten Willi Lehmann ins Leben gerufen. Heide Brödel ist seit der ersten Ausgabe als Mitglied des Seniorenbeirates und Redakteurin mit dabei und hat bis heute sehr viel Freude daran.

In der Jubiläumsausgabe wurde viel „Aus dem Nähkästchen geplaudert“, auch Sie, liebe Leserinnen und Leser können Beiträge „aus Ihrem Nähkästchen“ einreichen, die dann auf der Herbstwind-Online-Seite veröffentlicht werden.

Gebet der Heuschrecke

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
es riecht nach Frühling. Die ersten Frühlingsblumen recken ihre Köpfchen in die wärmende Sonne. Das weckt in uns ein Gefühl der Freude und Dankbarkeit. Vielleicht fühlt das die Heuschrecke auch?

Gebet der Heuschrecke

Ich gebe ja zu, Herr,
statt Sitzfleisch
habe ich Muskeln
in den Beinen,
begabt zum Hochsprung.

Aber nur an einem
Halm zu dösen …
pfui, wie langweilig.
Ich verkürze die Zeit
mit plötzlichen hohen Sprüngen.

Natürlich –
das hat mein Image verdorben.
Ich bin zum „Schreck“ geworden.

Aber gib zu, Herr:
Wie unerträglich sind
Nachbarn mit schwachen Nerven.

Lebenslust, Herr,
nichts als Lebenslust …
Findest Du anderes in
meinen Sprüngen?

Du gabst mir doch das Temperament.
Was hast Du Dir
bei mir gedacht, Herr …

Kräftige Beine,
große Augen,
grüner Frack.

Einen Grandseigneur?
Einen Zirkusakrobaten?
Einen Angeber im Rampenlicht?

Nein, Herr –
immer diese Vorurteile.
Ich bin ein Kleiner,
der die Höhe liebt.
Die Höhe, in der Du lebst.

Ich preise Dich, Herr.
Darum hüpfe ich.

Amen

Ich wünsche Ihnen für den Frühling die Lebenslust der Heuschrecke, auch ohne hohe Sprünge.
Mit herzlichen Grüßen
Renate Raidt

Gebet des Schmetterlings

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

können Sie sich eine Blumenwiese ohne die bunten Gesellen, die Schmetterlinge, vorstellen, die voller Lebenslust durch den Frühlingswind taumeln?

Gebet des Schmetterlings

Bin ich nicht
das schönste Fotomodell
der Welt?

Eigentlich doch nur
ein wundervoller Farbhauch,
gleichsam in den Wind geblasen,
immer jung, immer zart,
jenseits der irdischen Wirklichkeit.

Und meine Garderobe?
Keine Frage, Herr!
Jede Dame,
gleich welchen Alters,
wird blass und eifersüchtig.
Es ist,
als sei ich in einem
paradiesischen Farbtopf geboren
und in einer Purderdose erzogen worden.

Kein Wunder,
dass Du mir nur eine
kurze Lebenszeit zumutest.
Ich bin zu zerbrechlich
für die Härten des Lebens, Herr.
Auch wenn mich die wunderlichen Geschöpfe,
die Du Menschen nennst,
mit einem Netz jagen und mich aufspießen unter Glas,
angeblich meiner Schönheit wegen.

Darum falte ich meine großen Flügel,
damit niemand mich sieht.
Nur Du.

Ich weiß, Du nimmst
diese Anbetung an.
Abseits des Laufstegs der Natur,
auf dem ich meinen kurzen Lebensweg gehe,
dankbar, dass ich sein darf voller Lebenslust,
dankbar, dass ich zurückkommen darf – zu Dir.
Das ist noch schöner
als das Farbkleid meiner Flügel.
Ich schenke Dir das
Halleluja
meines Herzens.

Amen

Freuen Sie sich an der bunten Unbeschwertheit der Schmetterlinge!
Ich wünsche Ihnen zusammen mit dem Redaktionsteam ein frohes Osterfest!
Ihre Renate Raidt