Da die Zeit reif war, hielt ich in Gedanken mal die Zeit an.
In der Zeit zwischen den Jahren fragte ich mich nämlich, ob jetzt die Zeit zu leben sei – oder wann sonst?
Ich glaube, dass es für mich eine Zeit des Erwachens war.
Seit der Zeitumstellung in der Herbstzeit im Oktober bis jetzt in der tiefen Winterzeit, die nach langer Zeit mal wieder eine richtige Eiszeit war, las ich keine Zeitung mehr (auch die „Zeit“ las ich nicht mehr) und war dabei ganz zeitvergessen geworden.
Jetzt war schon wieder die Adventszeit und die Weihnachtszeit vorbei. So rast die Zeit! Ich kriege schon wieder Angst vor der Faschingszeit, die unerbittlich näherkommt, und dann erst die Fastenzeit…
Trotzdem: Auf die Oster- und Frühlingszeit freue ich mich.
Es kam mir wie eine regelrechte Zeitverschiebung vor, oder war es gar eine persönliche Zeitenwende?
Hatte ich zu viel Zeit? Oder zu wenig Zeit? Zeit wofür? Es war auch wie in einem Zeitraffer, wenn ich zurückschaute.
Wie sagte Einstein? Zeit ist relativ. Eine Stunde Zeit mit einem schönen Mädchen vergeht wie im Flug, 5 Minuten eine Hand auf einen heißen Ofen legen, ist eine Ewigkeit.
Wie verbrachte ich meine Zeit?
Gearbeitet hatte ich immer Vollzeit. Teilzeit reichte finanziell nicht. So hatte ich aber zu jeder Zeit zu wenig Zeit für mich. Und ich habe doch auch ein Recht auf meine Zeit.
Als Kind unserer Zeit rannte ich ständig, zumindest sehr oft der Zeit hinterher oder ich rannte mit der Zeit oder gegen die Zeit. In der Freizeit, Abendzeit, Fernsehzeit kam die Schlafenszeit immer zu kurz, sodass ich in der Morgenzeit extrem unter Druck stand um zeitgerecht zum Arbeitszeitbeginn auf der Arbeit anzukommen. Auch dort: Zeitdruck.
Der zeitliche Ablauf war immer gleich. Ob Sommerzeit oder Regenzeit. Und die Zeit verging schnell.
Aber heute erinnerte ich mich auch an schöne Zeiten, die Kinderzeit. Die war damals ellenlang. Zeit im Überfluss (bis zum zu Bett gehen müssen) – auch die Schulzeit oder meine Ausbildungszeit. Danach bald meine Hochzeit und dann die Zeit mit den Kindern. Im Rückblick: die Zeit verflog.
Und heute sagte ich mir, dass ich meine weitere Lebenszeit nicht verplempern, vergeuden und verschleudern kann und will.
Wie umgehen, mit der bevorstehenden Zeit?
Es ist nicht nur eine Frage der Zeit – oder doch?
Wie kann ich die Zeit verlängern? Soll man alles auf spätere Zeiten verschieben? Auf die Rentnerzeit?
Neben der Arbeitszeit brauche ich viel Erholungszeit, eine entschleunigte Zeit, mehr Ferienzeit, Lesezeit, Gesellige Zeiten, sportliche Zeiten,
Wie schaffe ich es, in guten Zeiten und nicht schlechten Zeiten zu leben?
Hilft es mir immer mehr Zeit im Internet zu verbringen um Zeit zu sparen? Da bin ich doch „Am Puls der Zeit“ oder doch nicht?
Nun, jetzt erst mal eine Pause: Kaffeezeit. Irgendwie kam mein Raum-Zeit-Gefüge ganz durcheinander. Ob es zu Zeiten der Römer auch schon so was gab?
Gerne würde ich mal mit einer Zeitmaschine losfahren. Andere Zeiten andere Sitten??
Ich welche Zeit würde ich hineinschauen wollen? Kaiserzeit? Nazizeit? Revolutionszeiten? Goldene Zeiten? Ja, die gute Alte Zeit würde ich mal besuchen wollen.
Aber, wer sagte das: Die gute alte Zeit an die wir morgen denken, ist die Zeit in der wir heute leben……
Also, mehr als die vergangene Zeit sollte mich die zukünftige Zeit interessieren, „denn in ihr gedenke ich zu leben“. So sagte wohl Einstein.
Herrschaftszeiten noch mal. Also eine Zeitreise in die Zukunft? Die Zeit vorspulen?
Aber ich stoppe hier die Zeit, denn das wäre eine andere Geschichte über die Zeit.
Die Zeit verging, die Zeit vergeht. Ist jetzt Halbzeit – oder … Ich glaube, ich hatte jeden Zeitbezug verloren.
Auf der Erde verbleiben mir aber nicht mehr ewige Zeiten…
Hinter mir liegen vergangene Zeiten, nun ist die gegenwärtige Zeit und dann kommen die zukünftigen Zeiten…
In welchen Zeiten lebe ich? Manche leben ja in den vergangenen Zeiten, andere leben in ihren Plänen von goldenen Zukunftszeiten.
Ich möchte in der gegenwärtigen Zeit leben, was aber nicht einfach ist, da Zeitforscher sagen: Die Gegenwart, also die Jetztzeit, dauert 2,5 Sekunden und schon ist sie vergangene Zeit.
Die Zeit ist für mich eine Herausforderung, so lange ich über sie nachdenke. Also wäre es wohl besser, ohne Zeit zu leben?
So bin ich immer auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Selbst das kostet Zeit.
Wer hat eigentlich die Zeit erfunden? Wer hat „Ordnung in die Zeit“ gebracht?
Der Zeit überlassen…
Die Zeit ist um.
Wenn ich jetzt ende, somit die Schreib- und Lesezeit begrenze, gewinne ich vielleicht etwas Zeit – wertvolle Zeit, wenn ich sie gut nutze. Anhalten kann ich die Zeit ja nicht, obwohl sie begrenzt ist. Aber ich werde mir doch eine Zeitspanne verschaffen.
Was könnte ich da alles machen, vielleicht sollte ich versuchen, die Zeit zu überlisten und sie einfach verschlafen… …ich wünsche eine gute Zeit…
Mach was draus … es ist Deine Zeit. Vielleicht schenke ich auch etwas Zeit an Dich.
Christian Morgenstern versucht uns zu trösten:
„Korf erfindet eine Uhr
die mit zwei Paar Zeigern kreist
und damit nach vorn nicht nur
sondern auch nach rückwärts weist.
Denn auf dieser Uhr von Korfen
mit dem janushaften Lauf
(dazu ward sie so entworfen):
hebt die Zeit sich selber auf.“
Eingereicht von Christoph Prost im Frühling 2026
