Verständigungsschwierigkeiten

von Beate Seim

Julia, fünf Jahre alt, war der Liebling der Familie. Sie machte nicht nur ihren Eltern viel Freude, sondern auch Oma und Opa. War sie doch das erste und bis jetzt einzige Enkelkind und sie wusste dies auch auf ihre eigene Art zu genießen. Besonders bei Opa hatte sie einen Stein im Brett und nur schwer konnte er ihr einen Wunsch abschlagen. Auch aus diesem Grund war er von Anfang an bemüht, sich mit seiner Enkelin in „ausgesuchtem Hochdeutsch“ zu unterhalten – was ihm als „waschechtem Saarländer“ natürlich nicht gerade immer leicht fiel.

So auch eines Tages: Julia war wieder bei Opa zu Besuch und bombardierte ihn derart mit Fragen, dass ihm in der Eile der Beantwortung ein Satz im besten saarländischen Platt herausrutschte. Julia sah ihn erstaunt mit ihren großen schwarzen Augen an, schüttelte den Kopf und sagte: „Tut mir leid, ich habe dich nicht verstanden, was war denn das für eine Sprache?“

Lachend gab ihr Opa die Antwort nochmals auf Hochdeutsch und für die Kleine war die Welt wieder in Ordnung.

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