Hans im Jugendwahn

von Beate Seim

Bei seinem täglichen Morgenspaziergang traf Georg seinen Freund Hans. Dieser jedoch begrüßte ihn nur kurz und sagte: „Sei mir nicht böse, ich bin in Eile, denn seit ich dem Jugendwahn verfallen bin, habe ich nicht mehr so viel Zeit. Vielleicht beim nächsten Mal!“, und weg war er.

Georg blickte ihm verwundert nach, schüttelte den Kopf und machte sich auf den Heimweg. Dabei schwirrten ihm die Gedanken durch den Kopf. Was war wohl mit Hans los, war er krank, vielleicht sogar etwas mit den Nerven, oder hatte er wirklich nur Spaß gemacht? Was hatte er nur mit dem „Jugendwahn“ gemeint? Zuhause erzählte er das Erlebnis seiner Frau.

„Mach Dir mal nicht so viele Gedanken“, meinte sie, „sicher klärt sich das bei Eurem nächsten Wiedersehen auf“.

Hoffentlich hat sie Recht, dachte Georg.

Eine Woche später trafen sich die beiden wieder. „Heute können wir ein Schwätzchen halten, jetzt habe ich es nicht eilig“, sprach Hans.

Georg sah ihn etwas genauer an und fragte: „Geht es Dir gut?“

„Aber ja“, antwortet dieser, „warum fragst Du so eigenartig?“

„Na ja, deine Äußerung vom letzten Mal hat mir doch zu denken gegeben“ antwortet Georg.

Hans lachte herzlich. „Du meinst wohl den „Jugendwahn“? Also das ist ganz schnell erklärt. Ich kümmere mich in unserem Sportverein um den Nachwuchs. Den Kleinen macht es Spaß, mir tut es gut und ich bleibe dabei fit. Ich muss mich nur an die genauen Termine der Trainingsstunden halten. Das wäre übrigens doch auch etwas für dich. Du warst doch ein guter Sportler, also überleg es dir, dann würde auch dich der „Jugendwahn“ befallen.“

„Na, wenn das so ist“ sagte Georg schmunzelnd, „dann werde ich einmal darüber nachdenken!“

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