Die Hütte von William Paul Young

Zum Inhalt des Buches

Die Schlüsselfigur darin ist der Mann Mackenzie, von seinen Freunden nur kurz Mack genannt. Nach einer schlimmen Jugend mit einem Vater, der unter stetem Alkoholeinfluss steht und gewalttätig ihm gegenüber ist, verlässt er seine Heimat und lernt seine spätere Frau Nan kennen. Er heiratet sie und hat mit ihr fünf Kinder. Er ist in Anbetracht der Erlebnisse in seiner Jugend ein überaus liebevoller Vater.  Deshalb plant er mit seinen drei jüngsten Kindern einen Campingurlaub am Ufer des Wallowa- Sees. Als die beiden älteren Kinder mit einem Boot kentern und er sie rettet, bleibt seine jüngste Tochter Missy für eine kurze Zeit allein zurück . Als er zurück kommt, ist Missy verschwunden. In dieser kurzen Abwesenheit wurde seine geliebte Jüngste entführt. Nach einer großen Suchaktion findet man Missys Kleid blutgetränkt in einer Blockhütte im Wald. Jedoch das Kind selbst bleibt verschwunden. Er zerbricht daran.

Mit Schuldgefühlen beladen geht sein Leben mit Depressionen weiter. Auch seine Ehe leidet darunter. Eines Tages erreicht ihn ein Brief, ohne Briefmarke in den Briefkasten geworfen. Darin befindet sich eine Einladung zu jener Hütte, in der seine kleine Missy mit großer Wahrscheinlichkeit getötet wurde.  Die Einladung ist unterzeichnet mit „Gott“.

Er ist hin und hergerissen. Soll er der Einladung folgen. Trifft er dort auf den Mörder seiner Kleinsten? Worauf lässt er sich damit ein? Als seine Frau mit den anderen Kindern für ein Wochenende zu ihrer Schwester fährt, macht er sich auf den Weg zu der Hütte. Er weiß, er fährt genau in die Mitte seines größten Schmerzes und er nennt es seine „größte Traurigkeit“.

Dort angekommen muss er feststellen, hier ist niemand. Nur die alte Hütte, an deren Boden man als dunklen Fleck noch das Blut seines Kindes erkennen kann. Wutentbrannt dreht er sich um, er will zurück. In diesem Moment verwandelt sich die Hütte vor seinen Augen in ein stattliches Blockhaus.

Er trifft dort auf drei Personen, die sich im Nachhinein als Gott in seiner Dreifaltigkeit herausstellen. Als Gott Vater “Papa“ erweist sich eine kleine, dicke, fürsorgliche  Afroamerikanerin, die gerade in der Küche des Blockhauses mit dem Kneten eines Teiges beschäftigt ist.  Gott selbst wurde und wird von seiner Frau Nan schon immer als Papa bezeichnet. Er lernt Gottes Sohn Jesus Christus als hebräischen Handwerker Jack kennen, der oft in seiner Werkstatt herumwerkelt. Gott Heiliger Geist wird  von einer jungen Asiatin verkörpert mit dem Namen Sarayu („Wind“), die sich um den Garten kümmert.

Mack ist sehr skeptisch, was das sogenannte Erscheinungsbild von Gott, so wie man ihn sonst kennt, angeht. Es fasziniert ihn allerdings der überaus liebevolle Umgang der Drei untereinander.  Deshalb lässt er sich, trotz seiner Ressentiments und seiner Bitterkeit gegen Gott, in Gespräche mit ihnen ein, welche viele seiner Fragen klären.

Was letztendlich dazu führt, dass er seinen Groll gegen Gott fallen lässt und so seine „große Traurigkeit“ sich langsam auflöst. Was bleibt, ist seine große Liebe zu seiner Familie.

Den Weg dahin sollten Sie selbst lesen. Er ist noch  mit vielen Überraschungen gepflastert.

Mein Fazit

Das Buch stand kurz nach seiner Veröffentlichung 70 Wochen in der Bestsellerliste der New York Times. Es wurde 2017 verfilmt unter dem Titel „ Die Hütte – ein Wochenende mit Gott“.

 Auch für Nichtgläubige, für die Gott nicht als die Person erkenntlich ist, wie sie im christlichen Glauben dargestellt wird, ist dieses Buch teilweise eine Offenbarung. Es macht uns klar, dass es immer Leid und Böses auf dieser Welt geben wird. Es ist wichtig, um Menschen daran wachsen zu lassen. Man erkennt den Sinn des Lebens und dass jeder Mensch in seiner Art einzigartig ist. Wahrscheinlich wird es vielen der Leser gehen wie mir, auf Gott in seiner Dreifaltigkeit mit diesen drei geschilderten Personen zu treffen, war ungewohnt. Ebenso die Art, wie der Autor Gott darstellt und dessen Handlungsweisen begründet, hat mir eine neue Sichtweise auf den Glauben an sich und Gott selbst vermittelt. Die Handlung darin ist zwar ernst, aber man kann auch lächeln beim Lesen.  Für mich jedenfalls ein interessantes Buch, das man mit gutem Gewissen weiter empfehlen kann.

Über den Autor

Young wurde am 11. Mai 1955 in Kanada als ältestes Kind einer Missionarsfamilie geboren. In diesem Buch versucht er, seine Kindheit, die er ab dem sechsten Lebensjahr in einem Internat  verbrachte und die dort von sexuellen Übergriffen geprägt war, zu verarbeiten. Durch die Heirat und seine Kinder hat er eine neue Sicht auf Gott gefunden.    

Das Manuskript entstand auf Wunsch seiner Frau, seine veränderte Sicht auf Gott, seine erreichte Heilung der Seele, alle Gedanken dazu nieder zu schreiben. Es war nur für seine eigene Familie und enge Freunde gedacht und er gab es erst auf deren Drängen hin für die Veröffentlichung frei. Mit einem großen Erfolg.     

Er lebt heute mit seiner Frau und sechs  Kindern in Happy Valley (Oregon).

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