Save the Date – Sicherheitsberater*Innen für Senioren – Wir suchen SIE !

Die Ausbildung findet in der Kreisverwaltung Südwestpfalz, Kreistagssaal, Unterer Sommerwaldweg 40-42, Pirmasens, statt.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der

Leitstelle „Älter werden“, 06331/809-333 oder per E-Mail: k.frisch@lksuedwestpfalz.de

Bunter Lieder-Nachmittag des Netzwerks Demenz

Am 21. Mai fand die musikalische Zeitreise für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen im Bürgerhaus in Dellfeld statt.

Auch wenn bei Menschen, die an Demenz leiden, vieles in Vergessenheit gerät – an Musikstücke aus ihrer Kindheit und Jugend können sie sich noch lange erinnern. Das Musikgedächtnis bleibt sehr lange intakt.

Jubiläumsausgabe – Pressegespräch

Anlässlich der 50. Ausgabe des Herbstwindes hat das Redaktionsteam zu einem Pressetermin in die Kreisverwaltung Südwestpfalz eingeladen. Die ehrenamtlich tätigen Redakteurinnen und Redakteure berichteten, wie der Herbstwind entsteht.

Vor 25 Jahren wurde die Seniorenzeitschrift von dem damaligen Ersten Kreisbeigeordneten Willi Lehmann ins Leben gerufen. Heide Brödel ist seit der ersten Ausgabe als Mitglied des Seniorenbeirates und Redakteurin mit dabei und hat bis heute sehr viel Freude daran.

In der Jubiläumsausgabe wurde viel „Aus dem Nähkästchen geplaudert“, auch Sie, liebe Leserinnen und Leser können Beiträge „aus Ihrem Nähkästchen“ einreichen, die dann auf der Herbstwind-Online-Seite veröffentlicht werden.

Gebet der Heuschrecke

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
es riecht nach Frühling. Die ersten Frühlingsblumen recken ihre Köpfchen in die wärmende Sonne. Das weckt in uns ein Gefühl der Freude und Dankbarkeit. Vielleicht fühlt das die Heuschrecke auch?

Gebet der Heuschrecke

Ich gebe ja zu, Herr,
statt Sitzfleisch
habe ich Muskeln
in den Beinen,
begabt zum Hochsprung.

Aber nur an einem
Halm zu dösen …
pfui, wie langweilig.
Ich verkürze die Zeit
mit plötzlichen hohen Sprüngen.

Natürlich –
das hat mein Image verdorben.
Ich bin zum „Schreck“ geworden.

Aber gib zu, Herr:
Wie unerträglich sind
Nachbarn mit schwachen Nerven.

Lebenslust, Herr,
nichts als Lebenslust …
Findest Du anderes in
meinen Sprüngen?

Du gabst mir doch das Temperament.
Was hast Du Dir
bei mir gedacht, Herr …

Kräftige Beine,
große Augen,
grüner Frack.

Einen Grandseigneur?
Einen Zirkusakrobaten?
Einen Angeber im Rampenlicht?

Nein, Herr –
immer diese Vorurteile.
Ich bin ein Kleiner,
der die Höhe liebt.
Die Höhe, in der Du lebst.

Ich preise Dich, Herr.
Darum hüpfe ich.

Amen

Ich wünsche Ihnen für den Frühling die Lebenslust der Heuschrecke, auch ohne hohe Sprünge.
Mit herzlichen Grüßen
Renate Raidt

Gebet des Schmetterlings

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

können Sie sich eine Blumenwiese ohne die bunten Gesellen, die Schmetterlinge, vorstellen, die voller Lebenslust durch den Frühlingswind taumeln?

Gebet des Schmetterlings

Bin ich nicht
das schönste Fotomodell
der Welt?

Eigentlich doch nur
ein wundervoller Farbhauch,
gleichsam in den Wind geblasen,
immer jung, immer zart,
jenseits der irdischen Wirklichkeit.

Und meine Garderobe?
Keine Frage, Herr!
Jede Dame,
gleich welchen Alters,
wird blass und eifersüchtig.
Es ist,
als sei ich in einem
paradiesischen Farbtopf geboren
und in einer Purderdose erzogen worden.

Kein Wunder,
dass Du mir nur eine
kurze Lebenszeit zumutest.
Ich bin zu zerbrechlich
für die Härten des Lebens, Herr.
Auch wenn mich die wunderlichen Geschöpfe,
die Du Menschen nennst,
mit einem Netz jagen und mich aufspießen unter Glas,
angeblich meiner Schönheit wegen.

Darum falte ich meine großen Flügel,
damit niemand mich sieht.
Nur Du.

Ich weiß, Du nimmst
diese Anbetung an.
Abseits des Laufstegs der Natur,
auf dem ich meinen kurzen Lebensweg gehe,
dankbar, dass ich sein darf voller Lebenslust,
dankbar, dass ich zurückkommen darf – zu Dir.
Das ist noch schöner
als das Farbkleid meiner Flügel.
Ich schenke Dir das
Halleluja
meines Herzens.

Amen

Freuen Sie sich an der bunten Unbeschwertheit der Schmetterlinge!
Ich wünsche Ihnen zusammen mit dem Redaktionsteam ein frohes Osterfest!
Ihre Renate Raidt

Liebe Leserinnen und Leser,

Der Benediktiner Drutmar Cremer hat ungewöhnliche Gebete verfasst.

Tiere sprechen sie, und den Menschen rühren sie an, weil diese Tiere menschliche Züge tragen.

Die Texte sind heiter und sie flirren leicht, wie ein Kolibri.

Aber sie bezeugen bisweilen auch die schwermütigen Schatten der Erde, die das Leben so kompliziert und bedrängend machen können.

Aber immer bezwingt in diesen Gebeten ein köstliches Lächeln die Verdrehtheiten des Daseins, gewinnen ihm das Gute meist gütig ab.

Sie scheinen den Ernst der Schatten aufzulösen in tanzende Lichtflecke, die einem sonnigen Gemüt entspringen und die vordergründigen Barrieren des Alltags überwinden.

Diese Gebete lassen die Welt, die Menschen, die Erfahrungen des Lebens und die Umbrüche der Zeit in einem optimistischen Licht erscheinen.

Sie sind Strahlen eines Sterns, den die Menschen fast schon vergessen haben.

Wer diese Tiere anschaut, ihr Wesen und ihr Verhalten, der ahnt vielleicht, wie Gott den Menschen gedacht hat.“

Ab Februar können Sie monatlich ein tierisch-menschliches Gebet aus dem reizenden Büchlein „Ich preise Dich Herr, darum hüpfe ich“ lesen.

Herzliche Grüße
Ihre Renate Raidt

Leben um zu arbeiten, oder arbeiten um zu leben?

Ein gutsituierter älterer deutscher Herr verbrachte seinen wohlverdienten Ruhestand in Italien. Er hatte sich ein wunderschönes Haus am Meer gekauft.

An einem sonnigen Vormittag machte er einen Strandspaziergang und traf dabei auf einen jungen Italiener. Braungebrannt saß dieser in der Sonne und freute sich an dem herrlichen Tag.

„Buon Giorno!“, rief er dem Deutschen fröhlich zu.

Dieser blieb stehen und erwiderte den Gruß.

„Junger Mann“, fragte er den Italiener „haben Sie keine Arbeit?“

„Doch“, kam die Antwort „ich bin Fischer und war die ganze Nacht mit meinem Boot draußen und habe gefischt. Ich hatte einen guten Fang und habe diesen am frühen Morgen gut verkaufen können. Jetzt habe ich frei.“

Der Deutsche schüttelte missbilligend den Kopf.

„Warum fahren Sie nicht noch einmal hinaus um einen zweiten Fang zu machen?“

„Warum sollte ich?“, fragte der Italiener.

„So würden Sie mehr verdienen und könnten sich mit der Zeit ein zweites Boot anschaffen. Sie könnten noch mehr Fische fangen und noch mehr verdienen!“

„Und warum sollte ich das?“

„Wenn Sie dann alt sind, könnten Sie Ihr Leben genießen wie ich, am Strand spazieren gehen, in der Sonne sitzen …“

Der junge Mann lachte: „Warum soll ich damit warten bis ich alt bin? Das kann ich doch jetzt schon!“

(nacherzählte Geschichte)

(Renate Raidt)

Auf einem italienischen Markt

Malcesine – ein malerisches Städtchen am Gardasee. Inzwischen ist es mir fast zur zweiten Heimat geworden. Jedesmal, wenn ich ankomme, spaziere ich, nachdem ich mich in meiner Pension gemütlich eingerichtet habe, durch die engen Gässchen der Altstadt.

So auch in einem Mai vor etlichen Jahren. Anne hatte ihren Obst- und Gemüsestand wieder aufgebaut und es roch herrlich nach reifem Obst und frischem Gemüse.

Alceste stand vor seinem gemütlichen Lokal. „Wieder da?“, rief er und winkte mir lachend zu. Ich ging hinunter zum Hafen.

Bootseigner luden, wie immer, mit ihrem „Meckten Sie nach Limone fahren?“, Vorübergehende zu Bootsfahrten ein. Vorüberfahrende Schiffe schickten ihre von der Sonne in gleißendes Licht getauchten Wellen ans Ufer.

Der Wind brachte von irgendwoher eine zarte Melodie. Ich wurde wieder von dieser wunderbaren, wohltuenden Heiterkeit erfasst. Ich war zu Hause …

„Heute ist Markttag“, sagte Mutter Priori während des Frühstücks zu mir und da ein bunter, italienischer Markt für mich noch immer nichts von seinem besonderen Reiz eingebüßt hat, ging ich hin. Ich wurde von dem üblichen, wohlbekannten Durcheinander von Stimmen, Geräuschen und Gerüchen empfangen.

„T-Shirts, vier Stück 20 000 Lire!“
„T-Shirts, vier Stück 20 000 Lire!“

hörte ich schon weitem eine sonore Männerstimme rufen. Der Mann, zu dem sie gehörte, mochte so um die vierzig Jahre alt sein. Er sah genauso aus, wie sich Frauen aus nördlicheren Gefilden den schönen, verführerischen Südländer vorstellen. Braungebrannt und schwarzgelockt stand er hinter seinem Verkaufsstisch und hob verschiedene T-Shirts nacheinander hoch, um sie den Vorübergehenden zu zeigen. Ich fand die T-Shirts hübsch und dachte bei mir, dass sie geeignete Mitbringsel für meine Lieben zu Hause sein könnten.

Ich trat an den Stand heran. Der Händler schenkte mir ein betörendes Lächeln:

„Vier T-Shirts zu 20 000 Lire, Signora!“

Beim betrachten der T-Shirts überkam mich die Lust zu feilschen.

„Die T-Shirts sind schön, Signore, aber zu teuer! Vier Stück 10 000 Lire!?“

sagte ich.

„No, no“, lachte der Händler. „Mamma mia, 10 000 Lire! 19 000!“

„11 000“, sagte ich.

Er schüttelte den Kopf. „18 000!“

„12 000!“ entgegnete ich.

„17 000“ er.

Ich: „13 000“.

„16 000!“ „15 000!“ Der Händler seufzte tief und schenkte mir einen wehmütigen Blick.

„Va bene, 15 000, wegen Ihre scheene Augen, Signora“.

Ich wählte vier Shirts aus, der Händler legte sie aufeinander, rollte sie mit elegantem Schwung zusammen, packte sie in eine Tüte und reichte sie mir herüber mit den Worten:

„Prego Signora, 15 000 Lire!“

Ich zahlte und ging mit einem „Tanto grazie, Signore!“, stolz die Kunst des Feilschens so gut beherrscht zu haben und begleitet vom betörendsten Lächeln des Händlers, davon.

Am Abend, vor dem Schlafengehen, wollte ich mich noch einmal an meinem Erfolg freuen. Ich nahm die T-Shirts aus der Tüte und faltete sie auseinander. „Eins, zwei, drei …“ zählte ich – und noch einmal „eins, zwei, drei …“. Ich sah in die Tüte … die war leer.

„Donnerwetter!“, der Kerl hatte mich reingelegt. Ich hatte also nicht vier T-Shirts zum Preis von 20 000 Lire, sonder drei zum Preis von 15 000 Lire gekauft. Das bedeutete, dass ich mit meiner „gekonnten“ Feilscherei nicht eine Lira gewonnen hatte.

Ich musste lachen. Wurde ich doch in meinem Leben noch nie derart charmant beschissen.

(Renate Raidt)